Aortenstenose - NYSORA
Inhaltsverzeichnis

Mitwirkende

Aortenstenose

Aortenstenose

Lernziele

  • Aortenstenose definieren und erkennen
  • Beschreiben Sie die Pathophysiologie der Aortenstenose und ihre Folgen
  • Beschreiben Sie die Behandlungsprinzipien der Allgemeinanästhesie bei Aortenstenose

Definition & Mechanismen

  • Eine Aortenstenose tritt auf, wenn sich die Aortenklappe verengt und das Blut nicht normal fließen kann
  • Eine schwere Aortenstenose ist ein Risikofaktor für perioperative kardiale Komplikationen in der nicht-kardialen Chirurgie
  • Es gibt mehrere kausale Mechanismen:
    • Degenerative kalkhaltige Aortenstenose: Fortschreitende Fibrose und Verkalkung durch mechanische Belastung im Laufe der Zeit
    • Angeborene zweispitzige Aortenklappe: Abnormale Klappenstruktur mit zwei statt drei Blättchen, die Fibrose und Verkalkungen hervorrufen kann
    • Rheumatische Aortenstenose: Spätfolge des akuten rheumatischen Fiebersr

Pathophysiologie der Aortenstenose, Aortenklappe, Obstruktion, Hypertrophie, diastolische Dysfunktion, Compliance, linksventrikulärer diastolischer Druck, Atrophie des linken Vorhofs, Sauerstofffehlanpassung, Dilatation, Druckgradient, Herzinsuffizienz, Angina pectoris

Bewertung der Schwere

AortenskleroseMildModeratSchwer
Spitzengeschwindigkeit (m/s)<_2.5 m/s2.6-2.93.0-4.0≥4.0
Mittlere Steigung (mmHg)-<2020-40≥40
AVA (cm2)-> 1.51.0-1.5<1.0
Indizierter AVA (cm2
/m2)
-> 0.850.60-0.85<0.6
Geschwindigkeitsverhältnis-> 0.500.25-0.50<0.25

Anästhesiemanagement

  • Der Schweregrad und die Pathophysiologie der Aortenstenose bestimmen den Anästhesiemanagementplan
  • Es gelten folgende allgemeine Grundsätze:

echokardiographische Beurteilung, Aortenstenose, linksventrikuläre Funktion, präoperative Beurteilung, intraoperativ, postoperatives Management, Vorlast, Nachlast, Kontraktilität, Bradykardie, Tachykardie, Sinusrhythmus, Blutdruck, Herzfrequenz, Elektrokardiograph, Pulsoximetrie, endtidales Kohlendioxid, Temperatur, arteriell Katheter, Zentralkatheter, Pulmonalarterienkatheter, Entropiemonitor, transösophageale Echokardiographie, Hypotonie, Schmerzmanagement

Denken Sie daran,

  • Alle notwendigen Medikamente und Geräte, um stabile Vitalsignale zu gewährleisten und Unregelmäßigkeiten zu behandeln, müssen während des Eingriffs verfügbar sein

Empfohlene Lektüre

  • Schneider AC. Eine Überprüfung der Aortenstenose: eine anästhetische Perspektive. J Anesth Crit Care Open Access. 2018;10(6):262‒264. 
  • Baumgartner H Chair, Hung J Co-Chair, Bermejo J, et al. Empfehlungen zur echokardiographischen Beurteilung der Aortenklappenstenose: ein fokussiertes Update der European Association of Cardiovascular Imaging und der American Society of Echocardiography. Eur Heart J Cardiovasc Imaging. 2017;18(3):254-275.
  • Brown J, Morgan-Hughes NJ. Aortenstenose und nichtkardiale Chirurgie. Weiterbildung in Anästhesie Intensivpflege & Schmerz. 2005;5(1):1-4.

Klinische Updates

Van Herreweghe et al. (RAPM, 2025) berichten über eine retrospektive Serie von 35 Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Aortenstenose Patienten unterzogen sich einer orthopädischen Operation an der unteren Extremität unter niedrig dosierter, isobarer Spinalanästhesie. Entgegen früheren Bedenken war die Spinalanästhesie nicht mit Herzstillstand, Aufnahme auf die Intensivstation oder 30-Tage-Mortalität assoziiert; es trat zwar eine Hypotonie auf, diese war jedoch gering ausgeprägt, mit Vasopressoren behandelbar und stand in keinem eindeutigen Zusammenhang mit dem Schweregrad der ankylosierenden Spondylitis (AS). Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine sorgfältig titrierte, niedrig dosierte Spinalanästhesie bei ausgewählten AS-Patienten eine sinnvolle Alternative zur Allgemeinanästhesie darstellen kann.

  • Referenz: Van Herreweghe I, De Fré O, Polus F, et al. Spinalanästhesie bei Patienten mit Aortenstenose: ein Forschungsbericht. Reg Anesth Pain Med. 2025;50(8):693-695.

Samadzadeh Tabrizi et al. (J Cardiothorac Vasc AnesthEine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 analysierte 61 Studien mit über 3,200 Patienten mit Aortenstenose, die sich einer rückenmarksnahen Anästhesie für nicht-kardiale, geburtshilfliche oder kardiale Eingriffe unterzogen. Unabhängig von den angewandten Techniken und Schweregraden war eine vasopressorpflichtige Hypotonie die häufigste Komplikation. Es wurde jedoch kein intraoperativer Kreislaufkollaps berichtet, und die 30-Tage-Mortalität war insgesamt niedrig. Die Autoren schlussfolgern, dass eine Aortenstenose keine absolute Kontraindikation für eine rückenmarksnahe Anästhesie darstellen sollte. Dennoch sind eine sorgfältige Patientenauswahl, invasive Überwachung bei schwerer/symptomatischer Erkrankung und prospektive Vergleichsstudien weiterhin erforderlich.

  • Referenz: Tabrizi NS, Demos RA, Schumann R, Musuku SR, Shapeton AD. Neuraxiale Anästhesie bei Patienten mit Aortenstenose: Eine systematische Übersicht. J Cardiothorac Vasc Anesth. 2024;38(2):505-516.
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