Ultraschallgeführte laterale femorale Hautnervenblockade - NYSORA | NYSORA

Ultraschallgesteuerte laterale femorale Hautnervenblockade

Thomas B. Clark, Ana M. Lopez, Daquan Xu und Catherine Vandepitte

FACTS

  • Indikationen: Postoperative Analgesie bei Hüftoperationen, Meralgia paresthetica und Muskelbiopsie des proximalen lateralen Oberschenkels
  • Schallkopfposition: Quer, unterhalb der Spina iliaca anterior superior; Der laterale Rand des Musculus sartorius sollte mit Ultraschall dargestellt werden
  • Ziel: Lokalanästhetikum breitet sich um LFCN herum zwischen Tensor fasciae latae und Sartorius-Muskeln aus
  • Lokalanästhetikum: 5 ml (Erwachsene)

ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN

Der N. cutaneus femoralis lateralis (LFCN) teilt sich in mehrere Äste, die die lateralen und anterioren Seiten des Oberschenkels innervieren. Bemerkenswert ist, dass bei 45 % der Patienten die Innervation des LFCN sogar bis zum vorderen Oberschenkel reicht. Die variable Anatomie des N. cutaneus femoralis lateralis erschwert die Durchführung einer effektiven Landmarken-basierten Blockade. US-Führungermöglicht jedoch eine genauere Nadeleinführung in die entsprechende Faszienebene, durch die der LFCN verläuft.

ULTRASCHALL-ANATOMIE

Der LFCN wird typischerweise zwischen dem Musculus tensor fasciae latae (TFLM) und dem Musculus sartorius (SaM) 1–2 cm medial und unterhalb der Spina iliaca anterior superior (ASIS) und 0.5–1.0 cm tief unter der Hautoberfläche dargestellt (Abbildung 1). Die Ultraschallbildgebung (US) des LFCN ergibt eine ovale, echoarme kleine Struktur mit einem echoreichen Rand, der im echoarmen Hintergrund gut zu sehen ist. Der LFCN kann proximal verfolgt werden, da er vom lateralen zum medialen Rand der oberflächlichen Faszie des SaM verläuft. Der seitliche Rand des SaM ist ein nützlicher Orientierungspunkt, auf den man sich während des gesamten Verfahrens verlassen kann. Der hintere Ast des LFCN kann manchmal über den vorderen Rand des TFLM gesehen werden.

ABBILDUNG 1. Querschnittsanatomie des N. cutaneus femoralis lateralis (LFCN). Dargestellt sind der LFCN, der M. sartorius (SaM) und der M. tensor fasciae latae (TFLM). (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Hadzic A: Hadzic's Peripheral Nerve Blocks and Anatomy for Ultrasound-Guided Regional Anästhesie, 2. Aufl. New York: McGraw-Hill, 2011.)

VERTEILUNG DER ANÄSTHESIE

Die Blockierung des LFCN sorgt für Anästhesie oder Analgesie im anterolateralen Oberschenkel. Aufgrund des sehr variablen Verlaufs des LFCN und seiner Äste (Abbildung 2).

ABBILDUNG 2. Erwartete Verteilung der sensorischen Blockade des N. femorokutanus lateralis.

AUSRÜSTUNG

Die für einen LFCN-Block empfohlene Ausrüstung ist wie folgt:

  • Ultraschallgerät mit linearem Schallkopf (18-6 MHz), steriler Hülle und Gel
  • Standardschublade für Nervenblockaden
  • Spritze(n) mit 10 ml Lokalanästhetikum
  • 3–5 cm, 22- bis 24-Gauge-Nadel
  • Sterile Handschuhe

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WAHRZEICHEN UND PATIENTENPOSITIONIERUNG

Die Blockierung des LFCN wird in Rücken- oder Seitenlage des Patienten durchgeführt. Die Palpation der vorderen oberen Wirbelsäule liefert den ersten Orientierungspunkt für die Schallkopfplatzierung; der Schallkopf wird zunächst 2 cm unterhalb und medial des ASIS positioniert und entsprechend justiert. Typischerweise wird der Nerv in seinem Verlauf etwas weiter distal identifiziert. Eine zusätzliche Bestätigung der korrekten Identifizierung des LFCN kann durch Auslösen eines Kribbelns an der lateralen Seite des Oberschenkels mit a erfolgen Nervenstimulator.

ZIEL

Ziel ist es, Lokalanästhetikum in der Ebene zwischen TFLM und SaM zu injizieren, typischerweise 1–2 cm medial und unterhalb des ASIS.

TECHNISCH

In Rückenlage des Patienten wird die Haut desinfiziert und der Schallkopf unmittelbar unterhalb des ASIS parallel zum Leistenband platziert (Abbildung 3). Dann werden TFLM und SaM identifiziert. Der Nerv sollte als kleine echoarme ovale Struktur mit einem hyperochogenen Rand zwischen TFLM und SaM in einer Kurzachsenansicht oder oberflächlich zum SaM erscheinen (Abbildung 4a).

ABBILDUNG 3. Position des Schallkopfs, um eine Blockade des N. cutaneus femoralis lateralis (LFCN) zu erreichen.

ABBILDUNG 4. (A) Ultraschallanatomie des N. cutaneus femoralis lateralis (LCFN). (B) Simulierter Nadelweg und Ausbreitung des Lokalanästhetikums (blau schattierter Bereich) zur Anästhesie des LFCN.

Die Nadel wird in einer Ebene von lateral nach medial durch das subkutane Gewebe eingeführt. Wenn die Nadelspitze in die Ebene zwischen TFLM und SaM eintritt, kann ein fasziales „Knallen“ oder „Klicken“ zu spüren sein. Ein Volumen von 1–2 ml Lokalanästhetikum wird injiziert, um die Position der Nadelspitze zu überprüfen. Die korrekte Position wird erreicht, indem die Ausbreitung des Lokalanästhetikums in der beschriebenen Ebene zwischen TFLM und SaM oder um das LFCN oberflächlich zum SaM visualisiert wird (Abbildung 4b).

TIPPS

  • Es wurde auch eine „subinguinale“ Technik beschrieben, bei der die US-Sonde die ASIS und die Spina iliaca anterior inferior (AIIS) überspannt. Lokalanästhetikum wird unter dem Leistenband 1–2 cm medial des ASIS injiziert, ohne unbedingt zu versuchen, den Nerv sichtbar zu machen.
  • Bei einem erwachsenen Patienten sind in der Regel 5 ml Lokalanästhetikum ausreichend. Bei Kindern ist ein Volumen von 0.15 ml/kg pro Seite für eine wirksame Analgesie ausreichend.

Für eine umfassendere Übersicht lesen Sie weiter Ultraschallgeführter Fascia-Iliaca-Block

 

REFERENZEN

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