Anatomie: Die Facettengelenke der Halswirbelsäule sind Diarthrosen, die durch die Verbindung des oberen Gelenkfortsatzes eines Halswirbels mit dem unteren Gelenkfortsatz des darüberliegenden Wirbels auf Höhe des Übergangs von Wirbelbogen und Wirbelbogen gebildet werden. Der Winkel der Facettengelenke nimmt nach kaudal zu und beträgt im oberen Halswirbelsäulenbereich etwa 45° zur Transversalebene, während er im oberen Brustwirbelsäulenbereich eine eher vertikale Position einnimmt. Der obere Gelenkfortsatz ist im oberen Halswirbelsäulenbereich zudem eher posteromedial ausgerichtet, im unteren Halswirbelsäulenbereich hingegen eher posterolateral, wobei C6 die häufigste Übergangsstelle darstellt. Jedes Facettengelenk besitzt eine fibröse Kapsel und ist von einer Synovialmembran ausgekleidet. Das Gelenk enthält außerdem unterschiedliche Mengen an Fett- und Bindegewebe, die verschiedene Arten von Synovialfalten bilden und zu unterschiedlichen pathophysiologischen Mechanismen bei Gelenkfunktionsstörungen beitragen. Die Halswirbelgelenke werden durch Gelenkäste innerviert, die von den medialen Ästen der Halswirbeläste (Rami dorsalis) abstammen. Die Halswirbeläste C3–C7 entspringen ihren jeweiligen Spinalnerven und verlaufen dorsal über die Wurzel des zugehörigen Querfortsatzes. Die medialen Äste der Halswirbeläste verlaufen quer über den Schwerpunkt der entsprechenden Gelenkfortsätze und stehen in konstanter Beziehung zum Knochen an der dorsolateralen Seite des Gelenkfortsatzes, da sie durch eine Faszie am Periost befestigt und durch die Sehne des Musculus semispinalis capitis fixiert sind. Variationen im Verlauf der medialen Äste finden sich üblicherweise im mittleren Viertel der Höhe der Gelenkfortsätze. Die Gelenkäste entspringen, wenn sich der Nerv der Rückseite des Gelenkfortsatzes nähert; einer innerviert das darüber liegende, der andere das darunter liegende Halswirbelgelenk. Folglich besitzt jedes typische Facettengelenk der Halswirbel unterhalb C2–C3 eine doppelte Innervation durch den medialen Ast oberhalb und unterhalb seiner Lage. Die medialen Äste des dorsalen Astes von C3 unterscheiden sich in ihrer Anatomie. Ein tiefer medialer Ast verläuft, ähnlich wie andere typische mediale Äste, um die Taille des Gelenkpfeilers von C3 und versorgt das Facettengelenk C3–C4. Der oberflächliche mediale Ast von C3 ist groß und wird als dritter Hinterhauptnerv (Nervus occipitalis tertii, TON) bezeichnet. Er verläuft zunächst lateral und dann posterior um das Facettengelenk C2–C3 und gibt Gelenkäste an dieses ab. Jenseits des Facettengelenks C2–C3 verläuft der TON als Hautnerv über der subokzipitalen Region. Eine weitere anatomische Ausnahme bildet der Verlauf des medialen Astes von C7. Dieser verläuft weiter kranial, näher am Foramen C7, und kreuzt den dreieckigen oberen Gelenkfortsatz des C7-Wirbels.
1. INDIKATIONEN ZUR BLOCKIERUNG DES HALSMEDIENZWEIGS
Die Facettengelenke der Halswirbelsäule spielen eine wichtige Rolle bei der Verteilung der axialen Druckbelastung auf die Halswirbelsäule zusammen mit den Bandscheiben, insbesondere bei höheren Druckbelastungen. Facettengelenk und Gelenkkapsel tragen außerdem wesentlich zur Scherfestigkeit der Halswirbelsäule bei; eine Dislokation oder gar eine Ruptur der Facettenkapsel erhöht die Instabilität der Halswirbelsäule.
Die Facettengelenke und ihre Kapsel liegen in unmittelbarer Nähe zum Musculus semispinalis, Musculus multifidus und den Rotatorenmanschettenmuskeln. Etwa 23 % der Kapselfläche dienen als Ansatzstelle für diese Muskelfasern, was bei übermäßiger Muskelkontraktion zu Verletzungen führen kann. Es hat sich gezeigt, dass die Facettengelenke und ihre Kapsel nozizeptive Elemente enthalten, was darauf hindeutet, dass sie eine eigenständige Schmerzquelle darstellen können. Die Degeneration der Facettengelenke tritt bei älteren Menschen nahezu allgegenwärtig auf, und die Prävalenz einer Facettengelenkbeteiligung bei chronischen Nackenschmerzen wird mit 35 % bis 55 % angegeben. Dies macht sie zu einem wichtigen Ziel interventioneller Schmerztherapien.
Zervikale Facettengelenkblockaden sind indiziert bei axialen Nackenschmerzen, die auf konservative Therapien nicht ansprechen und bei denen klinische und/oder radiologische Hinweise auf eine mögliche Facettengelenkbeteiligung vorliegen. Das Schleudertrauma-assoziierte Leiden stellt eine besondere Erkrankung bei Nackenschmerzpatienten dar und ist eine häufige Folge verschiedener traumatischer Ereignisse, wie beispielsweise Autounfälle. Eine übermäßige Kompression der Facettengelenke und eine Überdehnung der Kapselbänder werden mit Nackenschmerzen nach einem Schleudertrauma in Verbindung gebracht. Die konservative Behandlung chronischer Nackenschmerzen nach einem Schleudertrauma führt oft zu einem unbefriedigenden Langzeitergebnis. Zu den möglichen Gründen hierfür zählt, dass keine anatomische Diagnose gestellt wird und die Behandlung nicht gezielt auf die Schmerzursache abzielt. Da zuverlässige klinische oder radiologische Zeichen zur Identifizierung der verantwortlichen Gelenke fehlen, sind diagnostische Blockaden der medialen Äste der Halswirbelsäule die einzige validierte Methode zur Diagnose von Schmerzen der Zwischenwirbelgelenke. Da die Rate falsch-positiver Ergebnisse einer einzelnen Blockade bei 38 % liegt, sollte an einem anderen Tag eine zweite, bestätigende Blockade durchgeführt werden, um die Wahrscheinlichkeit eines falsch-positiven Ergebnisses zu minimieren. Bei Anwendung diagnostischer Blockaden lässt sich die Schmerzursache bei über 50 % der Patienten auf eines oder mehrere der Halswirbelgelenke zurückführen. Diese Patienten können dann mittels perkutaner Radiofrequenzneurotomie behandelt werden. Die 1980 von Sluijter und Koetsveld-Baart eingeführte Radiofrequenzneurotomie hat sich seither als sehr wirksame Therapie bei Wirbelgelenkschmerzen bewährt. Sie ist nur indiziert, wenn nach beiden Injektionen eine positive Reaktion erzielt wird. Die Neurotomie des dritten Okzipitalnervs hat sich als wirksame Behandlung von Kopfschmerzen erwiesen, die vom Wirbelgelenk C2–C3 ausgehen und durch den Nervus oculomotorius (TON) vermittelt werden. Darüber hinaus zeigte eine aktuelle Studie einen positiven Effekt wiederholter therapeutischer medialer Astblockaden mit oder ohne Steroide.
2. WARUM ULTRASCHALLGEFÜHRTE FACETTENNERVENBLOCKIERUNG? DIE LITERATUR UND UNSERE ERFAHRUNG
In einer Studie mit Freiwilligen konnten wir zeigen, dass es möglich ist, den TON sichtbar zu machen und zu blockieren.
Diagnostische Blockaden werden üblicherweise unter fluoroskopischer (oder CT-)Kontrolle durchgeführt. Die Nerven sind jedoch weder fluoroskopisch noch CT-technisch sichtbar. In unserer Studie untersuchten wir die Hypothese, dass der Nervus olfactorius (TON), der das Facettengelenk C2–C3 und ein kleines Hautareal innerviert, mittels Ultraschall dargestellt und durch Injektion eines Lokalanästhetikums unter Ultraschallkontrolle blockiert werden kann. Die Region des C2–C3-Gelenks wurde bei 14 gesunden Probanden mit einem 15-MHz-Schallkopf sonografisch untersucht. Die Injektion von Kochsalzlösung oder Lokalanästhetikum erfolgte doppelblind und randomisiert. Die Nadelposition wurde fluoroskopisch kontrolliert. Die Sensibilität im innervierten Hautareal wurde mittels Nadelstich und Kältereiz getestet. Bei allen 14 Probanden war die zervikale Ultraschalluntersuchung durchführbar, und der TON konnte in 27 von 28 Fällen erfolgreich dargestellt werden. In den meisten Fällen stellte sich der TON als ovale hypoechogene Struktur mit hyperechogenen kleinen Punkten im Inneren dar. Dies ist typisch für das Ultraschallbild eines peripheren Nervs.
Der mittlere Durchmesser des Nervus olfactorius betrug 2.0 mm (Spanne: 1.0–3.0 mm), und der Nerv lag in einer mittleren Tiefe von 20.8 mm (Spanne: 14.0–27.0 mm). In allen Fällen außer einem wurde eine Hautanästhesie erreicht, während nach allen Kochsalzinjektionen keine Anästhesie beobachtet wurde. Die radiologische Analyse der Nadelpositionen zeigte, dass wir das Facettengelenk C2–C3 in 27 von 28 Fällen korrekt lokalisiert hatten und dass 23 von 28 Nadelplatzierungen korrekt waren (82 %). Obwohl wir in der oben genannten Studie die Machbarkeit der Identifizierung des Nervus olfactorius beschrieben haben, gibt es keine weiteren Machbarkeitsstudien zur ultraschallgeführten Blockade des medialen Astes der unteren Halswirbelsäule. Dennoch wurde die Technik beschrieben.
Die Frage nach der sonographischen Sichtbarkeit aller Nerven versorgenden Facettengelenke wird derzeit in unserer Schmerzstation untersucht, mit bisher vielversprechenden Ergebnissen (Siegenthaler et al. unveröffentlichte Daten). Bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen wurde die sonographische Sichtbarkeit der zervikalen medialen Äste in den allermeisten Fällen als gut beschrieben und eingestuft. Die einzige Ausnahme war der mediale Ast C7, der viel schwieriger zu visualisieren ist. Der Grund dafür kann darin liegen, dass der mediale Ast C7 von einer dickeren Weichteilschicht überlagert ist als die weiter kranial gelegenen medialen Äste und/oder sein etwas anderer anatomischer Verlauf. Die Nerven haben nur einen Durchmesser von etwa 1–1.5 mm, die erforderliche hohe Ultraschallfrequenz, um eine ausreichende Auflösung zur Bestimmung solch kleiner Strukturen zu erzeugen, kann daher im Fall des medialen Astes C7 nicht ausreichend zum Ziel vordringen.
3. MÖGLICHE VORTEILE VON ULTRASCHALL BEI NERVENBLÖCKEN DER HALSFACETTE
Mediale Astblockaden werden üblicherweise unter fluoroskopischer Kontrolle durchgeführt; einige Schmerztherapeuten nutzen jedoch zusätzlich die Computertomographie (CT). Die Mitte der rautenförmigen Gelenkfortsätze (bzw. der obere Gelenkfortsatz im Fall von C7) dient als knöcherner Orientierungspunkt und lässt sich in seitlicher Aufnahme fluoroskopisch gut identifizieren. Dort verlaufen die medialen Äste in sicherem Abstand zum Spinalnerv, und die Arteria vertebralis sowie eine Nadel können (ausschließlich anhand der genannten knöchernen Orientierungspunkte) zur Nervenblockade eingeführt werden. Da häufig mehrere Blockaden erforderlich sind, um das symptomatische Gelenk zu identifizieren oder Schmerzen in den Facettengelenken auszuschließen, kann das Verfahren Patienten und Personal einer erheblichen Strahlenbelastung aussetzen. Im Gegensatz dazu ist die Ultraschalluntersuchung nicht mit einer Strahlenbelastung verbunden.
Ultraschall kann Muskeln, Bänder, Gefäße, Gelenke und Knochenoberflächen darstellen. Besonders wichtig ist die Visualisierung dünner Nerven, sofern hochauflösende Schallköpfe verwendet werden. Diese Eigenschaft bieten weder Fluoroskopie noch CT und ist der Hauptgrund für das große Potenzial des Ultraschalls in der interventionellen Schmerztherapie. Im Gegensatz zu Fluoroskopie und CT setzt Ultraschall Patienten und Personal keiner Strahlung aus. Die Bildgebung kann kontinuierlich erfolgen. Die injizierte Flüssigkeit wird größtenteils in Echtzeit visualisiert. Ist der Zielnerv identifiziert, bietet Ultraschall die einzigartige Möglichkeit, die Ausbreitung der injizierten Lösung am Blockadeort während der Applikation ohne Strahlenbelastung und Kontrastmittelgabe zu gewährleisten. Gefäße werden am deutlichsten mit Doppler-Sonographie dargestellt. Dadurch wird das Risiko einer intravaskulären Injektion von Lokalanästhetika oder einer Gefäßverletzung minimiert. Ultraschall ist kostengünstiger als CT und, je nach Gerätetyp, unter Umständen auch kostengünstiger als Fluoroskopie.
4. EINSCHRÄNKUNGEN VON ULTRASCHALL
Die größte Einschränkung des Ultraschalls ist die schlechte Visualisierung dünner Nadeln. Die Bewegungen des Gewebes beim Vorschieben der Nadel liefern dem erfahrenen Arzt jedoch zuverlässige Informationen über die Position der Nadelspitze. Da Knochen die Ultraschallwellen reflektieren, werden dahinter liegende Strukturen, beispielsweise Osteophyten, mit Ultraschall nicht zuverlässig sichtbar gemacht. Die Verwendung von Hochfrequenzwandlern ist obligatorisch, um die geeignete Auflösung zur Identifizierung kleiner Nerven zu erreichen. Je höher jedoch die verwendete Frequenz ist, desto geringer dringt der Ultraschallstrahl in das Gewebe ein (mögliche Arbeitstiefe ist begrenzt). Das bedeutet, dass dünne Nerven nicht tiefer als einige Zentimeter unter der Oberfläche sichtbar gemacht werden können.
5. ULTRASCHALLGEFÜHRTE TECHNIK FÜR TONNEN- UND ZERVIKALEN MEDIALAST-BLOCK
Scannen vor der Injektion
Der Patient wird in Links- oder Rechtsseitenlage gelagert. In der Regel führen wir eine Ultraschalluntersuchung durch, um alle wichtigen Strukturen zu identifizieren, bevor wir die Haut desinfizieren und den Ultraschallkopf mit einer sterilen Plastikhülle umhüllen.
6. IDENTIFIZIERUNG DER RICHTIGEN STUFE: METHODE 1
Unter Verwendung von hochauflösender Ultraschallbildgebung (wir verwenden ein Sequoia 512® Ultraschallsystem mit einem hochauflösenden linearen 15-MHz-Ultraschallwandler, 15L8w, Acuson Corporation, Mountain View, CA) wird die Ultraschalluntersuchung mit dem kranialen Ende des Wandlers begonnen über dem Warzenfortsatz fast parallel zur darunter liegenden Wirbelsäule in einer Längsebene (Fig.1). Bewegt man den Schallkopf langsam anterior und posterior (zum Mastoid) und einige Millimeter weiter kaudal, wird die am weitesten oberflächlich gelegene knöcherne Landmarke der oberen Halswirbelsäule, der Querfortsatz von C1, sichtbar. Mit leichten Rotationen des Schallkopfes wird im selben Ultraschallbild der Querfortsatz von C2, ca. 2 cm weiter kaudal, abgesucht. Alle diese drei knöchernen Landmarken sind relativ oberflächlich (je nach Habitus des Patienten) und erzeugen einen hellen Reflex mit der typischen dorsalen Abschattung knöcherner Strukturen. Zwischen den Querfortsätzen von C1 und C2, 1–2 cm tiefer, ist die Pulsation der A. vertebralis zu sehen. In diesem Stadium kann die Verwendung der Doppler-Sonographie die Identifizierung dieses wichtigen Orientierungspunkts erleichtern. Die A. vertebralis kreuzt an dieser Stelle den anterior lateralen Teil der Artikulation von C1–C2.

Abb.1 Zur Identifizierung des Facettengelenks C2–C3 wird die Ultraschalluntersuchung mit dem kranialen Ende des Schallkopfs über dem Warzenfortsatz begonnen, der in einer Längsebene fast parallel zur darunter liegenden Wirbelsäule liegt. Das blaue Rechteck zeigt die Schallkopfposition in Bezug auf die darunter liegende Wirbelsäule an diesem Startpunkt
Wenn Sie den Schallkopf etwa 5–8 mm weiter nach hinten bewegen, werden der Atlasbogen (C1) und die Gelenksäule von C2 (kranialer Teil des Facettengelenks C2–C3) im kaudalen Drittel des Bildes sichtbar (Schallkopfposition wie gezeigt in Abb. 2). Jetzt kann der Schallkopf, immer noch längs zum Hals, nach kaudal bewegt werden, um die Gelenke C2–C3 und C3–C4 in die Mitte des Ultraschallbildes zu bringen. Die ungefähre Position des Ultraschallwandlers an dieser Stelle ist in dargestellt Abb. 3, und das erhaltene Ultraschallbild ist in gezeigt Abb. 4Um den Nervus olfactorius (TON) an der Stelle des Gelenks zwischen C2 und C3 zu identifizieren, ist eine leichte Drehbewegung des Schallkopfes erforderlich. Da bekannt ist, dass der TON das Facettengelenk zwischen C2 und C3 in dieser Ebene in einem durchschnittlichen Abstand von 1 mm zum Knochen kreuzt, suchen wir an dieser Stelle nach dem typischen sonografischen Erscheinungsbild eines kleinen peripheren Nervs. Ein peripherer Nerv, der die Ultraschallebene in einem Winkel von etwa 90° kreuzt, wie im vorliegenden Fall, lässt sich besser darstellen als ein längs verlaufender Nerv. Er erscheint typischerweise als ovales hypoechogenes Areal mit hyperechogenen Bereichen, das von einem hyperechogenen Horizont umgeben ist.

Abb. 2 Von der in Abb. 1 gezeigten Schallkopfposition wird der Schallkopf etwa 5–8 mm weiter posterior in die in diesem Bild gezeigte Position bewegt. Kennen Sie den Bogen des Atlas (C1) und im kaudalen Drittel des Bildes kann die Gelenksäule von C2 visualisiert werden

Abb.3 Die Endposition des Schallkopfs in Bezug auf die darunter liegende Halswirbelsäule zur Identifizierung des C2-C3-Facettengelenks. Die Bewegungen des Wandlers von der Position in Fig.1 bis zur Endposition in Fig.3 werden im Text ausführlicher beschrieben

Abb.4 Bild, das durch eine Schallkopfposition wie in Abb.3 erhalten wurde. Der dritte N. occipitalis kreuzt die Artikulation von C2–C3, und der mediale Ast von C3 kreuzt am tiefsten Punkt zwischen den Artikulationen C2–C3 und C3–C4. Die Nerven können mit einem typischen sonomorphologischen Erscheinungsbild gesehen werden: eine ovale echoarme (schwarze) Struktur mit echoreichen (weißen) kleinen Flecken im Inneren und einem echoreichen Horizont um sie herum

Umgekehrte Ultraschall-Anatomie-Darstellung von Abbildung 4. MB, medialer Ast.
Die mehr kaudalen zervikalen medialen Äste werden auf die gleiche Weise durchsucht. Sobald wir die Artikulation von C2–C3 identifiziert haben, wird der Schallkopf langsam nach kaudal bewegt.
Beginnend bei C2–C3 zählen wir die „Hügel“, indem wir den Schallkopf – immer noch in Längsrichtung zum Hals – nach kaudal bewegen, bis wir die gewünschte Höhe des zervikalen Facettengelenks erreichen. Mit einer Wandlerposition wie in gezeigt Feigen. 5 und 6, erhalten Sie ein Bild der Niveaus C3–C4 und C4–C5 wie in gezeigt Fig.7. Bringen wir das Gelenk ins Zentrum des Ultraschallbildes, können wir die beiden medialen Äste darstellen, die das Gelenk innervieren. Nur das C2-C3-Gelenk wird von einem einzigen Nerv (dem TON) innerviert. Alle mehr kaudalen Artikulationen werden von zwei medialen Ästen innerviert, die aus den beiden Wurzeln hervorgehen, einer kranial und einer kaudal der Artikulation. Anders als beim TON kreuzen die medialen Äste nicht am höchsten Punkt des Gelenks, sondern am tiefsten Punkt des entsprechenden Gelenkpfeilers von anterior nach posterior zwischen zwei Artikulationen und werden dort sichtbar (Fig.7).

Abb.5 Die Schallkopfposition zum Erhalten des Bildes in Abb.7 in Bezug auf die darunter liegende Halswirbelsäule wird gezeigt

Abb.6 Die Schallkopfposition in Relation zum Hals, um das Bild in Abb.7 zu erhalten, wird gezeigt

Abb.7 Typischer weißer (echoreicher) Reflex der knöchernen Oberflächen der Artikulationen C3–C4 und C4–C5. Der mediale Ast C4 (MB C4) ist an der tiefsten Stelle zwischen den Artikulationen C3–C4 und C4–C5 zu sehen, fast in Kontakt mit dem Knochen. Der mediale Ast C5 (MB C5) ist am tiefsten Punkt der knöchernen Oberfläche weiter kaudal der Artikulation C4–C5 zu sehen
7. IDENTIFIZIERUNG DER RICHTIGEN STUFE: METHODE 2
Besonders in der unteren Halswirbelsäule ist es eine gute Alternative, die Wurzeln im Interskalenusbereich zu zählen und zu identifizieren und ihnen dann bis zum entsprechenden knöchernen Halswirbelsäulenniveau zu folgen. Wenn die Visualisierung der Wurzeln schwierig ist, kann es hilfreich sein, zuerst die Querfortsätze von C5, C6 und C7 als anatomische Orientierungspunkte zu identifizieren, um die Wurzeln zu finden und ihnen dann weiter distal zu folgen. Normalerweise ist der C6-Querfortsatz der prominenteste, der beeindruckende vordere und hintere Tuberkel (U-förmig) und eine dorsale Schattenbildung vom Knochen zeigt. Zwischen den beiden Tuberkel ist der vordere Teil der Nervenwurzel zu sehen. Nach distal dieser Wurzel kann man die Interskalenusregion erkennen, auch wenn die beiden Interskalenusmuskeln sonographisch kaum zu erkennen sind.
Auf Höhe von C7 fehlt der Tuberculum anterior, und die A. vertebralis ist normalerweise etwas vor der Wurzel zu sehen. Figure 8 zeigt die Schallkopfposition, um ein Ultraschallbild der Wurzel C7 und der A. vertebralis zu erhalten (Abb.9a). Zur besseren Identifizierung der A. vertebralis (Abb. 9b). Dies hilft, die richtige Wirbelhöhe und die entsprechende Nervenwurzel zu identifizieren, aber man muss sich der möglichen anatomischen Variation bewusst sein.
Es kann hilfreich sein, die Haut auf der interessierenden Ebene zu markieren, um die erfolgreiche Identifizierung der Strukturen nach der sterilen Vorbereitung des Arbeitsfelds und des Schallkopfs zu verbessern.

Abb.8 Schallkopfposition zum Scannen der Wurzel C7, wie in Abb.9a, b gezeigt, zur Identifizierung der Wirbelebene

Abb.9 (a) Ultraschallbild der Wurzel C7 und der A. vertebralis einige Millimeter vor der Wurzel. Sternchenwurzel C7, VA A. vertebralis, TPT hinterer Tuberkel des Querfortsatzes von C7. (b) Dasselbe Ultraschallbild wie Abbildung a unter Verwendung von Doppler-Ultraschall
8. PRAKTISCHE LEISTUNG VON BLOCK
Nach dem Scannen des Halses und dem Identifizieren der Zielnerven wird die Haut desinfiziert, der Schallkopf in eine sterile Plastikhülle gewickelt und steriles Ultraschall-Koppelgel verwendet. Die Nadel wird unmittelbar vor der Ultraschallsonde eingeführt und langsam senkrecht zum Strahl („kurze Achse“) vorgeschoben, wie in gezeigt Abb. 10. Wir verwenden eine kurze abgeschrägte 24-G-Nadel, die über eine Verlängerungsleitung mit einer Spritze verbunden ist. Die Injektion erfolgt durch eine zweite Person, die die Spritze hält. Die Nadelspitze wird vorgeschoben, bis sie sichtbar direkt neben dem Nerv liegt. An diesem Punkt werden 0.1 ml Lokalanästhetikum (LA) injiziert, bis es den Nerv ausreichend erreicht. Gegebenenfalls wird die Nadelspitze leicht repositioniert. Die herkömmliche, fluoroskopisch geführte Technik für TON-Blöcke erfordert Nadelplatzierungen an drei Zielpunkten, die jeweils mit 0.3 ml (insgesamt 0.9 ml) LA injiziert werden. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass unter Ultraschallführung 0.5 ml ausreichen, um die TON zu blockieren. Um die anderen medialen Äste zu blockieren, reichen normalerweise 0.3 ml LA aus. Das benötigte Gesamtvolumen hängt von der Ausbreitung von LA ab. Wir empfehlen, nicht mehr als 0.5 ml LA pro Nerv zu injizieren, da höhere Volumina die Spezifität der Blockade aufgrund einer möglichen Anästhesie anderer schmerzrelevanter Strukturen in der Nähe des medialen Astes verringern würden.

Abb. 10 Beziehung zwischen Nadel und Schallkopf zur Durchführung einer ultraschallgeführten Blockade des medialen Astes der Halswirbelsäule auf Höhe von C4–C5. Der Schallkopf wird längs zum Hals positioniert, und die Nadel wird unmittelbar vor der Ultraschallsonde eingeführt und langsam vorgeschoben
Wir führen die Kanüle immer von anterior nach posterior ein, da alle verwundbaren Strukturen weiter anterior der Facettengelenkslinie liegen (zB A. vertebralis und Neuroforamen). Dies verringert das Risiko einer unbeabsichtigten Punktion dieser Strukturen, falls die Nadelspitze nicht korrekt identifiziert wird. Dennoch wird dieses Verfahren nicht für Personen empfohlen, die keine Erfahrung mit ultraschallgeführten Injektionen haben, und sollte nur nach ausreichender Erfahrung und Schulung in der Nadelführung durchgeführt werden. Mit zunehmender Erfahrung bei der Bestimmung des Nervenverlaufs durch Ultraschall wird die ultraschallgesteuerte Radiofrequenzablation (RFA) machbar, was die erforderliche Anzahl von Läsionen reduzieren kann. Darüber hinaus ist es möglich, die HF-Sonden vor der Röntgenaufnahme ultraschallgeführt nahe an den Nerv zu bringen und so die Strahlenbelastung zu reduzieren.
9. FAZIT
Diese Übersicht veranschaulicht die potenziell nützliche Anwendung von Ultraschall und beschreibt die Technik von TON und zervikalen medialen Astblöcken. Im Gegensatz zu Fluoroskopie und CT ermöglicht der Ultraschall bei den meisten Patienten die Visualisierung der zervikalen medialen Äste, und somit kann das Lokalanästhetikum so nah wie möglich am Zielnerv injiziert werden. Ultraschall hat jedoch Grenzen. Je nach Habitus der Patienten ist es nicht in allen Fällen möglich, die sehr kleinen Nerven darzustellen, insbesondere in Höhe von C7.
Die Sonographie von Nerven, die so klein sind wie die medialen Äste der Halswirbelsäule, erfordert ausgezeichnete anatomische Kenntnisse und Erfahrung. Die Identifizierung der Nerven ist häufig schwierig. Daher ist eine angemessene Schulung erforderlich, bevor Ultraschall für dieses Verfahren verwendet wird. Mangelndes Training kann das Verfahren ineffektiv und unsicher machen, insbesondere im Halsbereich, der mit mehreren lebenswichtigen Strukturen in der Nähe gefüllt ist.
Weitere Forschungen auf diesem Gebiet sollten den Nachweis erbringen, dass Ultraschall herkömmlichen bildgebenden Verfahren wie Fluoroskopie oder CT in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit von diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen an den Facettennerven mindestens gleichwertig oder überlegen ist.
Klinische Updates
- Dadali et al. (Pain Physician, 2025) führten eine prospektive Kohortenstudie mit 68 Migränepatienten durch und stellten fest, dass die ultraschallgeführte proximale gepulste Radiofrequenztherapie des Nervus occipitalis major (GONPRF) auf Höhe C2 im Vergleich zu wöchentlich wiederholten GON-Blockaden zu einer signifikant stärkeren Reduktion der Kopfschmerzdauer, der monatlichen Anfallshäufigkeit, der Kopfschmerztage und der VAS-Schmerzwerte nach 2 und 3 Monaten führte, ohne dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftraten.
Dadali S, Babaoglu G, Sabuncu U, Akcaboy EY. Vergleich der Wirksamkeit von ultraschallgeführten wiederholten Blockaden des Nervus occipitalis major und gepulster Radiofrequenztherapie des Nervus occipitalis major in der Migränebehandlung. Pain Physician. 2025;28(4):337-346.
- Mustafa et al. (BMC Neurology, 2024) führten eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von fünf randomisierten kontrollierten Studien durch und berichteten, dass eine Blockade des Nervus occipitalis major mit Lokalanästhetikum die Intensität und Häufigkeit von Kopfschmerzen im ersten und zweiten Monat im Vergleich zu Placebo bei chronischer Migräne signifikant reduzierte, ohne dass es zu vermehrten Nebenwirkungen kam. Die Gesamtaussagekraft war jedoch aufgrund der geringen Stichprobengröße begrenzt.
Mustafa MS, Bin Amin S, Kumar A, et al. Bewertung der Wirksamkeit der Blockade des Nervus occipitalis major bei chronischer Migräne: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse. BMC Neurol. 2024;24(1):330.
- Glinka Przybysz et al. (Interventional Pain Medicine, 2025) analysierten retrospektiv 171 Patienten, die sich einer erstmaligen Radiofrequenzneurotomie des medialen Astes der Halswirbelsäule unterzogen hatten, und stellten fest, dass ≥60 % nach 3 Monaten eine Schmerzreduktion von ≥50 % auf der NRS und eine Verbesserung von ≥17 Punkten auf der PDQQ-S erreichten, ohne signifikante Unterschiede in den Ergebnissen zwischen Einzel- versus Doppelblockaden oder prognostischen Blockadeschwellen von ≥80 % versus 50–79 %.
Glinka Przybysz A, Galang E, Sangio CA, et al. Bewertung prognostischer Blockadeselektionskriterien bei der Radiofrequenzneurotomie des medialen Astes der Halswirbelsäule: Eine retrospektive Kohortenstudie. Interv Pain Med. 2025;4(1):100559.
- Hurley et al. (Regional Anesthesia & Pain Medicine, 2022) entwickelten fachübergreifende Konsensleitlinien, die zu dem Schluss kamen, dass die Radiofrequenzablation der medialen Äste der Halsnerven bei gut ausgewählten Patienten von Vorteil sein kann, dass mediale Astblockaden eine höhere Vorhersagekraft besitzen als intraartikuläre Injektionen und dass strengere Auswahlkriterien die Denervierungsergebnisse verbessern können, allerdings auf Kosten höherer falsch-negativer Raten.
Hurley RW, Adams MCB, Barad M, et al. Konsensbasierte Leitlinien einer internationalen Arbeitsgruppe verschiedener Fachrichtungen zu Interventionen bei Schmerzen der Halswirbelsäule (Facettengelenke). Reg Anesth Pain Med. 2022;47(1):3-59.
App für Nervenblockaden
Schmerzmedizin-Assistent-App
POCUS-App
MSK Knie-App
VetRA-App
Handbuch der Nervenblockade
Updates zur Regionalanästhesie
Handbuch zur Anästhesie
Anästhesiologie Review
Anästhesie-Updates 2025
Anästhesie-Updates 2026
Updates zur Kinderanästhesie
Aktualisierungen zum Atemwegsmanagement
US-Handbuch für interventionelle Schmerztherapie
Updates zur Schmerzmedizin
Schwierigen IV-Zugang meistern
PACU-Pflegehandbuch
RA Veterinärhandbuch