Bei den Veranstaltungen von NYSORA entwickeln sich die Gespräche über Schmerztherapie weiter. Kliniker konzentrieren sich zunehmend auf ein gemeinsames Ziel: Wie man die Genesung verbessern und gleichzeitig die Abhängigkeit von Opioiden verringern kanninsbesondere bei komplexen chirurgischen Patientengruppen.
Eine der wirkungsvollsten Branchen-Spotlight-Sessions bei einer kürzlich stattgefundenen NYSORA-Veranstaltung befasste sich genau mit dieser Herausforderung – postoperative Schmerztherapie in der Herz- und Thoraxchirurgie, mit einem starken Fokus auf multimodale, nicht-opioide Strategien.
Vom Krankenbett zur Innovation
Jennifer Wright, eine Arzthelferin mit umfassender Erfahrung in der Betreuung von Patienten in der Herz- und Thoraxchirurgie, griff auf jahrelange klinische Erfahrung im perioperativen Bereich zurück und teilte Erkenntnisse aus erster Hand mit, die sie bei der Versorgung von Patienten vor, während und nach größeren Operationen gewonnen hatte.
Nach ihrem Wechsel in die Medizinbranche blieb ihr Fokus klar:
Wie man postoperative Schmerzen besser behandeln kann, ohne auf eine längerfristige Opioidtherapie zurückzugreifen.
Im Mittelpunkt dieser Sitzung stand das Verständnis dafür, woher postoperative Schmerzen wirklich kommen – und wie Teams zusammenarbeiten können, um diese effektiver zu behandeln.
Die Ursachen des Schmerzes verstehen
Brustchirurgie
Thoraxchirurgische Eingriffe reichen von der offenen Thorakotomie bis hin zu minimalinvasiven Verfahren wie VATS (Videoassistierte Thoraxchirurgie) und RATS (Roboterassistierte Thoraxchirurgie). Minimalinvasive Techniken reduzieren zwar das Gewebetrauma, sind aber nicht schmerzfrei.
Zu den wichtigsten Mitwirkenden zählen:
- Mehrere kleine Port-Einschnitte (typischerweise 8–12 mm)
- Ein größerer, stark manipulierter „dynamischer Port“
- Interkostalnervenverletzungen, insbesondere bei robotergestützten Eingriffen, bei denen die taktile Rückmeldung reduziert ist.
Das wegnehmen: Selbst minimalinvasive Eingriffe im Thoraxbereich können erhebliche Schmerzen im Bereich der Operationswunde und der Nerven verursachen.
Herzchirugie
Trotz Fortschritten bei den Verschlusstechniken bleibt die Sternotomie äußerst schmerzhaft.
Bei Patienten, die sich einer CABG unterziehen, kommt es insbesondere zu einer stärkeren Gewebemanipulation, einer Beteiligung des Brustfells und einer Entzündung – was im Vergleich zu Herzklappenoperationen oft zu schwereren und länger anhaltenden postoperativen Schmerzen führt.
Die postoperative Realität
Bei vielen Herz- und Thoraxpatienten klingen die Schmerzen nicht schnell ab. Die Symptome können über einen längeren Zeitraum anhalten. drei bis vier Wochen oder längerund in einigen Fällen zu chronischen Schmerzsyndromen nach Thorakotomie oder Sternotomie fortschreiten.
Anhaltende Schmerzen führen oft zu einer verlängerten Opioid-Exposition – und damit zu einem erhöhten Risiko:
- ca. 1 von 7 Thorakotomiepatienten
- Und Bei 1 von 11 Patienten, die sich einer minimalinvasiven Operation unterziehen
kann zu einer Opioidabhängigkeit führen.
Diese Zahlen verdeutlichen, warum Strategien zur Minimierung des Opioidkonsums nicht länger optional sind – sie sind unerlässlich.
ERAS, multimodale Versorgung und die Bedeutung der Teamkommunikation
Die Sitzung unterstrich die wachsende Rolle von ERAS (Verbesserte Erholung nach Operationen) Wege, insbesondere die Leitlinien der Cardiac ERAS Society 2024, die multimodale, opioidsparende Schmerztherapien betonen.
Der Prozess umfasst drei Phasen:
- Präoperativ: Patientenaufklärung, Erwartungsmanagement, multidisziplinäre Planung
- Intraoperativ: Zusammenarbeit zwischen Anästhesie und Chirurgie, Regionalanästhesie, Lokalanästhesie
- Postoperativ: Strategien zur Kontinuität der Versorgung und zur nachhaltigen Reduzierung des Opioidkonsums
Eine zentrale Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Vortrag:
Multimodale Schmerztherapie funktioniert nur, wenn die beteiligten Teams miteinander kommunizieren.
Ein gemeinsamer Weg nach vorn
Die Sitzung schloss mit einer klaren und praktischen Botschaft:
Bessere Schmerzbehandlungen hängen von Teamarbeit ab.
Wenn Anästhesisten, Chirurgen und postoperative Betreuungsteams sich auf gemeinsame Ziele einigen und ihr Instrumentarium über Opioide hinaus erweitern, profitieren die Patienten von sichereren Genesungen, besseren Erfahrungen und einem geringeren Langzeitrisiko.
„Arbeiten Sie eng mit Ihrem Chirurgen zusammen, kommunizieren Sie mit Ihrem Team und denken Sie über Opioide hinaus.“
Nicht-opioide Schmerztherapie in der Herz- und Thoraxchirurgie
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