IV-Zugang bei Patienten mit Verbrennungen - NYSORA

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IV-Zugang bei Patienten mit Verbrennungen

IV-Zugang bei Patienten mit Verbrennungen

Je nach Schweregrad und Lokalisation können Verbrennungen die Anatomie der Haut und des darunterliegenden Gewebes erheblich verändern, was die Identifizierung und Kanülierung peripherer Venen erschwert.

Das Vorhandensein von Verbrennungen, insbesondere in ausgedehnten Fällen, kann die Anzahl herkömmlicher Zugangsstellen einschränken und medizinisches Fachpersonal dazu zwingen, alternative Strategien und Stellen für die Kanülierung anzuwenden. Die Integrität der Haut, das Ausmaß der Gewebeschädigung sowie das Risiko von Ödemen und Gefäßschädigungen sind entscheidende Faktoren für die Vorgehensweise beim intravenösen Zugang bei Verbrennungspatienten.

Hier finden Sie die Herausforderungen und Lösungen für die Anlage eines intravenösen Zugangs bei Patienten mit Verbrennungen, bei denen die Narben auf der Haut und im Unterhautgewebe den intravenösen Zugang erschweren.

Geschädigte Haut und Gewebe

  • Herausforderung: Verbrennungen können zu erheblichen Haut- und Gewebeschäden führen, wodurch die Verfügbarkeit geeigneter intravenöser Zugänge oft eingeschränkt ist.
  • Lösung: Identifizieren Sie unverbrannte oder nur geringfügig geschädigte Hautpartien für eine mögliche intravenöse Infusion. Bei schweren Verbrennungen über große Körperflächen sollten alternative Zugänge wie zentrale Venenkatheter, peripher eingeführte zentrale Katheter oder intravenöse Kanülen in Betracht gezogen werden.

Infektionsgefahr

  • Herausforderung: Brandwunden bieten ein günstiges Umfeld für Bakterienwachstum und erhöhen so das Risiko lokaler und systemischer Infektionen.
  • Lösung: Halten Sie sich bei der intravenösen Einleitung strikt an aseptische Methoden. Kontrollieren Sie die Infusionsstelle regelmäßig auf Anzeichen einer Infektion und stellen Sie sicher, dass die Verbände steril, trocken und intakt sind. Bei Infusionsleitungen, die durch Brandwundengewebe (z. B. Schorf) verlaufen, ist ein regelmäßiges Wechseln, idealerweise alle 72 Stunden, zu empfehlen, um eine mögliche Kolonisierung und Infektion zu verhindern.

Flüssigkeitsverschiebungen und Ödeme

  • Herausforderung: Verbrennungen können zu erheblichen Flüssigkeitsverschiebungen und damit zu Ödemen führen, die wiederum Venen verdecken und die intravenöse Platzierung erschweren können.
  • Lösung: Legen Sie so früh wie möglich einen intravenösen Zugang an, bevor ein Ödem auftritt. Lagern Sie die betroffenen Gliedmaßen hoch, um das Ödem zu reduzieren. Erwägen Sie die Verwendung einer Ultraschallkontrolle, um die Venen unter dem geschwollenen Gewebe besser sichtbar zu machen.

Schmerzen und Beschwerden

  • Herausforderung: Patienten mit Verbrennungen leiden häufig unter starken Schmerzen, wodurch jeder Eingriff, einschließlich der Einführung einer Infusion, schwieriger und unangenehmer wird.
  • Lösung: Verabreichen Sie Schmerzmittel, bevor Sie einen intravenösen Zugang anlegen oder den Verband wechseln. 

Veränderte Hautintegrität

  • Herausforderung: Auf verbrannter Haut halten Klebebänder und Verbände möglicherweise nicht richtig, was die Befestigung des Katheters erschwert.
  • Lösung: Wählen Sie spezielle Verbände oder nichthaftende Stabilisierungsmaterialien für Verbrennungen. Erwägen Sie das Annähen oder Klammern von Kathetern an der Haut. Überprüfen Sie regelmäßig die Stabilität des Infusionsschlauchs, um ein Verrutschen zu verhindern.

 

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