IV-Zugang bei Patienten mit Diabetes - NYSORA

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IV-Zugang bei Patienten mit Diabetes

IV-Zugang bei Patienten mit Diabetes

Bei Patienten mit Diabetes treten häufig Komplikationen auf, beispielsweise periphere Gefäßerkrankungen, Veränderungen der Hautstruktur und eine erhöhte Infektionsanfälligkeit. All diese Faktoren können die Anlage und Aufrechterhaltung eines zuverlässigen intravenösen Zugangs erschweren.

Die Bedeutung des Verständnisses dieser Herausforderungen kann nicht genug betont werden, da ein intravenöser Zugang für die Verabreichung von Medikamenten, Flüssigkeiten und manchmal auch Insulin unerlässlich ist, insbesondere in der Akutversorgung oder bei chirurgischen Eingriffen. Die veränderte Gefäßintegrität vieler Diabetiker, verbunden mit potenziellen Ödemen und Neuropathie, erfordert einen strategischen Ansatz bei der Kanülierung, oft unter Ultraschallkontrolle, um die Erfolgsraten zu verbessern und die Beschwerden der Patienten zu minimieren.

Gefäßkomplikationen

  • Herausforderung: Chronische Hyperglykämie kann zu verengten, verhärteten oder weniger elastischen Venen führen.
  • Lösung: Verwenden Sie Ultraschall, um robustere Venen zu identifizieren. Ziehen Sie tiefere Venen in Betracht, wenn oberflächliche Venen beeinträchtigt sind.

Hautveränderungen und Infektionen

  • Herausforderung: Diabetes verändert häufig die Hautstruktur, verlangsamt den Heilungsprozess und erhöht die Anfälligkeit für Infektionen.
  • Lösung: Um das Infektionsrisiko zu minimieren, befolgen Sie bei der Venenpunktion strenge aseptische Techniken. Wählen Sie Einstichstellen, die frei von Hautveränderungen oder Auffälligkeiten sind.

Neuropathie und Empfindungsveränderung

  • Herausforderung: Eine diabetische Neuropathie kann die Schmerzwahrnehmung verändern.
  • Lösung: Kommunizieren Sie klar mit dem Patienten, um zu erfahren, wie wohl er sich fühlt. Setzen Sie Lokalanästhetika umsichtig ein, um das Wohlbefinden des Patienten aufrechtzuerhalten.

Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen

  • Herausforderung: Bei Diabetikern kann es zu Dehydration oder anderen Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen kommen, die die Venen weniger füllen und die Kanülierung erschweren können.
  • Lösung: Um das Venenvolumen und die Dehnbarkeit zu verbessern, sollte der Patient oral mit Flüssigkeit versorgt werden. Der Elektrolytstatus des Patienten sollte überwacht und die Behandlung entsprechend angepasst werden.

Verdickte Haut oder Narbengewebe

  • Herausforderung: Wiederholte Insulininjektionen können zu einer Verdickung der Haut oder zu Narbengewebe führen, was die intravenöse Platzierung erschweren kann.
  • Lösung: Vermeiden Sie bei der Wahl der Infusionsstelle Bereiche mit Lipohypertrophie oder verdickter Haut. Wechseln Sie die Infusionsstellen und informieren Sie Diabetiker über den Wechsel der Injektionsstellen, um Hautkomplikationen vorzubeugen.

Schritt-für-Schritt-Technik einer doppelten IV-Kanülierung bei einem Diabetiker

Doppelter intravenöser Zugang bei einem Patienten mit Diabetes, der zwei intravenöse Zugänge für die Infusion von Flüssigkeiten zur Volumenreanimation und die Infusion von Antibiotika benötigt. Beachten Sie das gewundene und sklerotische Erscheinungsbild der oberflächlichen Venen im Unterarm des Patienten. A) Legen Sie die Aderpresse an. B) Identifizieren Sie geeignete Venen für die intravenöse Kanülierung. C) Desinfizieren Sie die Haut, damit die Venen deutlicher hervortreten. D) Verwenden Sie einen gebogenen und kurzen 20G-Katheter. E) Stabilisieren Sie die Hand und führen Sie die Nadel in einem flachen Winkel ein. F) Achten Sie auf Blutrückfluss. G) Schieben Sie den Katheter vor. H) Eine funktionsfähige intravenöse Kanüle wurde gelegt. I) Verwenden Sie einen gebogenen und geflügelten 20G-Katheter, um den zweiten intravenösen Zugangspunkt zu legen. J) Stabilisieren Sie den Arm und führen Sie die Nadel in einem sehr flachen Winkel ein. K) Achten Sie auf Blutrückfluss. L) Schieben Sie den Katheter vor und ziehen Sie die Nadel zurück. M) Ein proximaler und ein distaler intravenöser Zugangspunkt. N) Befestigen Sie den intravenösen Schlauch. O) Sichern Sie den Katheter mit einem Heftpflaster

VIDEO: https://youtu.be/y9LtTJSvJjs

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