Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2025, veröffentlicht in Britische Zeitschrift für Anästhesie Die Studie zeigt einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen der Schmerzintensität nach einer Operation und dem Risiko kognitiver Probleme. Schmerzen nach einer Operation werden oft als vorübergehend und beherrschbar angesehen, doch diese Studie deutet darauf hin, dass sie tiefere und länger anhaltende Auswirkungen auf die Gehirnfunktion haben können.
Diese umfassende systematische Überprüfung unter der Leitung von Maram Khaled und einem internationalen Expertenteam analysierte Daten aus 30 Beobachtungsstudien mit über 9,000 Patienten. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den Zusammenhang zwischen akuter postoperativer Schmerz und zwei wichtige neurokognitive Komplikationen:
- Postoperatives Delir (POD): ein vorübergehender, aber schwerwiegender Zustand der Verwirrung
- Postoperative kognitive Dysfunktion (POCD): ein länger anhaltender Rückgang der Gedächtnis- und Denkfähigkeit
Die Studie konzentrierte sich ausschließlich auf nicht-kardiale Operationen, die weitaus häufiger vorkommen als Herzoperationen und ein breites Spektrum von Patientengruppen betreffen.
POD und POCD verstehen
Bevor wir die Ergebnisse der Studie untersuchen, ist es wichtig, die untersuchten neurokognitiven Komplikationen zu verstehen.
Was ist postoperatives Delir (POD)?
-
- Eine akute und schwankende Störung des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit und der Wahrnehmung
- Kann innerhalb von Stunden oder Tagen nach der Operation auftreten
- Wird oft mit Demenz oder Depression verwechselt
- Wird bei 7 % bis 26 % der Patienten nach nicht-kardialen Operationen berichtet

Was ist eine postoperative kognitive Dysfunktion (POCD)?
- Ein allmählicher und anhaltender Rückgang der kognitiven Funktion
- Kann Gedächtnis, Konzentration und exekutive Funktionen beeinträchtigen
- Kann Wochen bis Monate dauern, manchmal bis zu einem Jahr
- Besonders häufig bei älteren Erwachsenen und Personen, die sich einer größeren Operation unterziehen
Die wichtigsten Ergebnisse
- Jede Erhöhung der Schmerzintensität um einen Punkt (auf einer Skala von 1 bis 0) war mit einem um 10 % höheren POD-Risiko verbunden.
- Dies entspricht 42 zusätzlichen Delirfällen pro 1,000 Patienten bei jeder Erhöhung des Schmerzniveaus.
- Eine kleinere Untergruppe von Studien bestätigte, dass Schmerzen, die vor dem Einsetzen der POD gemessen wurden, immer noch mit einem erhöhten Risiko verbunden waren, was die Theorie untermauert, dass Schmerzen ein prädiktiver Faktor und nicht nur ein gleichzeitig auftretendes Symptom sind.
- Die Beweise für einen Zusammenhang zwischen Schmerzen und POCD waren sehr unsicher, die Ergebnisse waren inkonsistent und die Methoden variabel.
- Es gibt keine Studien, die den Zusammenhang zwischen chronischen postoperativen Schmerzen (CPSP) und POCD untersuchten.
Wie Schmerzen die Gesundheit des Gehirns beeinträchtigen können
Die Studie untersuchte mehrere biologische Mechanismen, die erklären könnten, warum Schmerzen zu kognitiven Komplikationen beitragen könnten:
Entzündungskaskade
- Operation und Schmerzauslöser systemische Entzündung, was dazu führen kann neuroinflammation.
- Neuroinflammation ist eine bekannter Mitwirkender zu Delirium und anderen kognitiven Störungen.
Sensibilisierung und Stress
- Schmerzen erhöhen die Freisetzung von Neurotransmittern wie Glutamat, fördernd Sensibilisierung des zentralen Nervensystems.
- Chronische Schmerzen können einen Teufelskreis auslösen anhaltender Stress und kognitive Beeinträchtigung.
Gemeinsame Wege
- Schmerz und Kognition teilen neurobiologische Schaltkreise, insbesondere in der Hippocampus und präfrontaler Kortex.
- Tiermodelle zeigen, dass unbehandelte Schmerzen führt zu Funktionsstörung des Hippocampus, ein Schlüsselbereich, der am Gedächtnis beteiligt ist.
Erkenntnisse in die Praxis integrieren
- Bewerten Sie Schmerzen proaktiv: Verwenden Sie Skalen wie die numerische Bewertungsskala (0–10) oder die visuelle Analogskala. Bewerten Sie Schmerzen in Ruhe und bei Bewegung.
- Multimodale Analgesie priorisieren: Kombinieren Sie Opioide mit nicht-opioiden Medikamenten (z. B. Paracetamol, NSAR). Erwägen Sie gegebenenfalls regionale Blockaden oder eine Epiduralanalgesie.
- Risikopatienten frühzeitig erkennen:
- Alter> 65
- Vorgeschichte kognitiver Beeinträchtigung
- Sich einer größeren oder längeren Operation unterziehen
- Achten Sie auf Anzeichen eines Deliriums: Verwenden Sie Tools wie die Confusion Assessment Method (CAM). Achten Sie täglich auf schwankendes Bewusstsein und Orientierung.
- Minimieren Sie unnötige Beruhigungsmittel: Vermeiden Sie Medikamente wie Benzodiazepine, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich.
Letzter Imbiss
Schmerzen nach einer Operation sind nicht nur eine unangenehme Nebenwirkung; sie können auch ein Warnsignal für etwas Tieferes sein.
Die systematische Übersichtsarbeit von Khaled et al. aus dem Jahr 2025 unterstreicht, dass höhere postoperative Schmerzen durchgängig mit einem höheren Risiko für postoperatives Delir nach nichtkardialen Operationen verbunden sind. Obwohl sich die Evidenz noch weiterentwickelt, unterstreicht diese Studie die Notwendigkeit von frühzeitige, effektive und individuelle Schmerzbehandlung.
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