Da die Lebenserwartung weiter steigt, steht das Gesundheitssystem vor einer entscheidenden Herausforderung: die sichere Versorgung der wachsenden Zahl älterer Patienten, die sich einer Operation unterziehen. In ihrer umfassenden Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 präsentieren Tjeertes et al. wichtige Aktualisierungen zur perioperativen Versorgung älterer Patienten. geriatrisch Patienten, mit einem starken Fokus auf Gebrechlichkeitsbeurteilung, gemeinsamer Entscheidungsfindung und Ergebnisoptimierung.
Die Herausforderung des Alterns und der Chirurgie
Warum sind ältere Erwachsene anfälliger?
Erfahrungen geriatrischer Patienten:
- Mehrere Begleiterkrankungen wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, und Demenz
- Verminderte physiologische Reserve in allen Organsystemen
- Erhöhte Anfälligkeit für postoperative Komplikationen wie DeliriumInfektion und funktioneller Rückgang
Bis 2050 werden mehr als 30 % der europäischen Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Der Bedarf an altersangepassten perioperativen Strategien ist dringlicher denn je.
physiologische Veränderungen im Alter verstehen
- Kardiovaskuläre Erkrankungen: erhöhte arterielle Steifigkeit, beeinträchtigte diastolische Füllung, erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen
- Atemwege: verminderte Lungencompliance, abgeschwächter Hustenreflex, Aspirationsrisiko
- Nieren: verminderte glomeruläre Filtrationsrate, erhöhtes Risiko für Arzneimitteltoxizität
- Neurologisch: kognitiver Abbau, Anfälligkeit für Deliriumreduzierte Sinneswahrnehmung
Gebrechlichkeit: ein besserer Prädiktor als das Alter
Das chronologische Alter allein reicht nicht aus. Gebrechlichkeit, definiert als verminderte physiologische Reserve in mehreren Organsystemen, ist ein stärkerer Prädiktor für das Operationsrisiko.
Instrumente zur Gebrechlichkeitsbeurteilung:
- Clinical Frailty Scale (CFS): Visuelles 9-Punkte-Instrument (siehe 5 Seite) von 1 (sehr fit) bis 9 (unheilbar krank)
- Umfassende geriatrische Beurteilung (CGA): Goldstandard, aber ressourcenintensiv
Gebrechlichkeit betrifft je nach Art des Eingriffs 23–53 % der älteren chirurgischen Patienten. Es muss in die präoperative Risikobewertung integriert werden.
Schritt für Schritt: Wie man die Versorgung älterer chirurgischer Patienten optimiert
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Präoperative Untersuchung
- Beurteilung der kognitiven Funktion, des Ernährungszustands, der kardiopulmonalen Reserve und der Polypharmazie
- Verwenden Sie Gebrechlichkeitsskalen (CFS oder CGA).
- Beurteilung der Behandlungsziele und Reanimationspräferenzen
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Prähabilitationsprogramme
- Dazu gehören körperliches Training, die Behandlung der Anämie und die Unterstützung bei der Nährstoffzufuhr.
- Zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Reduzierung von Komplikationen, selbst bei gebrechlichen Patienten.
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Multidisziplinäre Beratung
- Zusammenarbeit zwischen Anästhesisten, Chirurgen und Geriatern
- Verbessert die Ergebnisse und hilft bei der Anpassung der Risiko-Nutzen-Analyse
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Risikoadjustierte chirurgische Entscheidungsfindung
- Berücksichtigen Sie sowohl patienten- als auch operationsspezifische Risiken.
- Wägen Sie den potenziellen Nutzen gegen die Wahrscheinlichkeit einer funktionellen Genesung ab.
Postoperative Komplikationen bei älteren Menschen
Häufige Komplikationen:
- Delirium – weit verbreitet und mit schlechteren Behandlungsergebnissen verbunden
- Lungenentzündung als auch Unterdruck
- Niereninsuffizienz
- Funktionsverlust und langwierige Genesung
Verbesserte Erholung nach der Operation (ERAS) Es gibt wirksame Protokolle zur Reduzierung dieser Risiken, die an die Bedürfnisse geriatrischer Patienten angepasst werden sollten.
Vorausschauende Behandlungsplanung: Chirurgische Ziele neu definieren
Eine Operation kann der Anstoß zu wichtigen Gesprächen über Folgendes sein:
- End-of-Life-Pflege
- Präferenzen bezüglich Wiederbelebung und Beatmung
- Lebensqualität versus Überleben
Bei gebrechlichen Patienten mit begrenzter Lebenserwartung können Komfort und Würde einen höheren Stellenwert haben als aggressive Eingriffe. In sorgfältig ausgewählten Fällen bietet die nichtoperative Behandlung humane und mit hoher Patientenzufriedenheit verbundene Ergebnisse.
Fazit: Neudefinition des perioperativen Erfolgs
Mit der Alterung der Bevölkerung muss sich auch die perioperative Versorgung geriatrischer Patienten weiterentwickeln:
- Gehen Sie über das chronologische Alter hinaus, um Gebrechlichkeit zu beurteilen
- Nutzen Sie die multidisziplinäre Zusammenarbeit
- Integration der vorausschauenden Pflegeplanung
- Prähabilitations- und Rehabilitationsprotokolle individuell anpassen
Letztlich bedeutet Erfolg in der geriatrischen Chirurgie mehr als nur das Überleben; es geht um den Erhalt von Würde, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität.
Referenz: Tjeertes EKM et al. Perioperative Versorgung des geriatrischen Patienten. Eur J Anästhesiol. 2026; 43: 93-102.
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