Einführung
Totale Knie- und Hüftendoprothesen (TKA und THA) gehören weltweit zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen. Angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und der steigenden Nachfrage nach Gelenkersatz ist die Gewährleistung einer optimalen Genesung und die Minimierung von Komplikationen zu einer klinischen Priorität geworden. Eine aktuelle, von Garcia-Casanovas geleitete und in Anästhesiologie (2025) liefert belastbare Beweise dafür, dass eine stärkere Einhaltung der Richtlinien zum Patient Blood Management (PBM) zu deutlich besseren Patientenergebnissen führt.
Was ist Patient Blood Management?
PBM ist ein proaktiver, multidisziplinärer Ansatz, der:
- Optimiert die patienteneigenen Blutressourcen
- Reduziert den Bedarf an allogenen Bluttransfusionen
- Minimiert den chirurgischen Blutverlust
- Verbessert die Genesung und reduziert Komplikationen
PBM verfolgt eine Drei-Säulen-Strategie:
- Optimieren Sie die Masse der roten Blutkörperchen (z. B. Erkennung und Behandlung einer präoperativen Anämie)
- Minimieren Sie Blutverlust und Blutungen (z. B. Einsatz von Antifibrinolytika und Regionalanästhesie)
- Verbessern Sie die Toleranz des Patienten gegenüber Anämie (z. B. Festlegung restriktiver Transfusionsschwellenwerte)

PBM wird aufgrund seiner klinischen und wirtschaftlichen Vorteile weltweit empfohlen, unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation.
Studienüberblick
- Studiendesign: Retrospektive multizentrische Kohorte
- Zeitraum: 2016-2022
- Stichprobengröße: 30,926 Patienten
- Einstellungen: 43 Krankenhäuser in Spanien und Andorra
- Schritte: Wahlweise primäre Knie- und Hüfttotalarthroplastik
- Analyse: Composite Quality Indicator (CQI) für 9 leitlinienbasierte PBM-Interventionen
Kernergebnisse
Patienten mit höherer PBM-Adhärenz erlebten:
- 57% weniger 30 Tage postoperative Komplikationen
- 65% niedriger Wahrscheinlichkeit schwerwiegender unerwünschter kardialer Ereignisse (MACE)
- 45% niedriger Infektionswahrscheinlichkeit
- 23 % kürzer Krankenhausaufenthalte
- 89% niedriger Transfusionsraten
- 51% niedriger Transfusionsindex (Einheiten pro Patient)
Wichtige Interventionen verfolgt
Die Studie bewertete die Einhaltung von neun kritischen Interventionen, die jeweils zum CQI beitrugen:
- Rechtzeitiges Screening auf präoperative Anämie
- Beurteilung des Eisenstoffwechsels
- Rechtzeitige Behandlung der präoperativen Anämie
- Eine Operation ohne Anämie
- Behandlung der postoperativen Anämie
- Anwendung einer Regionalanästhesie
- Einsatz von Antifibrinolytika
- Anwendung restriktiver Transfusionsschwellenwerte
- Einzeltransfusionen
Bemerkenswerte Trends:
- Untergenutzte Interventionen: Bei der prä- und postoperativen Anämiebehandlung war die Therapietreue am niedrigsten (23.4 % bzw. 8.6 %).
- Stärkste Auswirkung: Eine Operation ohne Anämie, der Einsatz von Antifibrinolytika und restriktive Transfusionsschwellenwerte waren am stärksten mit verbesserten Ergebnissen verbunden.
Fazit
Diese umfangreiche Studie bestätigt, dass die strikte Einhaltung eines Patientenblutmanagementplans Komplikationen und Ressourcenverbrauch bei Gelenkersatzoperationen deutlich reduziert. Sie unterstützt die Forderung nach einer breiteren Einführung von PBM als Standard in der perioperativen Versorgung.
Indem der Schwerpunkt nicht nur auf der Reduzierung von Transfusionen, sondern auch auf der Verbesserung patientenorientierter Ergebnisse liegt, bietet PBM sowohl Patienten als auch Gesundheitssystemen eine Win-Win-Situation.
Referenz: Garcia-Casanovas A et al. Zusammenhang zwischen der Einhaltung der Empfehlungen zum Blutmanagement des Patienten und postoperativen Komplikationen bei Hüft- und Kniearthroplastik. Anästhesiologie. 2025; 143: 24-37.
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Hier ist ein Test für den Medical AI Assistant (MAIA) in der Anesthesia Manual App:
Bei einer 74-jährigen Frau ist eine elektive Hüfttotalarthroplastik geplant.
Sie leidet unter einer leichten chronischen Nierenerkrankung und ihr präoperativer Hämoglobinwert beträgt 11.1 g/dl.
Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um das Risiko postoperativer Komplikationen zu verringern?
