Fallstudie: Reparatur der Achillessehne – NYSORA

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Inhaltsverzeichnis

Mitwirkende

Fallstudie: Reparatur der Achillessehne

Fallstudie: Reparatur der Achillessehne

Falldarstellung

Ein 44-jähriger männlicher Patient wurde mit einer sportbedingten Achillessehnenruptur in der Vorgeschichte vorgestellt. Diese Verletzung führte zu erheblichen Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und einer Beeinträchtigung seiner täglichen Aktivitäten. Es wurde die Entscheidung getroffen, eine Operation zur Reparatur der Achillessehne durchzuführen, um die Sehnenfunktion wiederherzustellen und die Beschwerden des Patienten zu lindern.

Techniken zur Nervenblockade

Um eine wirksame Regionalanästhesie zu gewährleisten und den Patientenkomfort während der Achillessehnenreparaturoperation zu optimieren, wurden die folgenden Nervenblockadetechniken eingesetzt:

  • Popliteale Ischiasnervblockade: Eine einzelne Injektion von 20 ml 0.5 % Ropivacain wurde in die Ischiasnervenscheide in der Kniekehle verabreicht. Ziel dieser Technik war es, eine umfassende Anästhesie des hinteren Teils des Beins, einschließlich der Operationsstelle, zu gewährleisten. Durch die gezielte Behandlung des Ischiasnervs konnte die Kniekehlenblockade die Schmerzübertragung aus dem Operationsgebiet erfolgreich blockieren.
  • Femorale Nervenblockade: Unter Berücksichtigung der Anwendung eines Beinstauers während des Eingriffs wurde eine zusätzliche femorale Nervenblockade durchgeführt, um den Patientenkomfort weiter zu verbessern. Eine 10-ml-Injektion von 2 % Lidocain wurde verabreicht, um eine sensorische Blockade im vorderen und medialen Oberschenkelbereich zu bewirken. Die femorale Nervenblockade trug zu einem angenehmeren chirurgischen Erlebnis für den Patienten bei.

Patientenergebnis

Die Kombination der Kniekehlen- und Oberschenkelnervenblockaden führte zu einer wirksamen Anästhesie für die Achillessehnenreparaturoperation. Der Patient verspürte während der Erholungsphase nur minimale Schmerzen und Beschwerden, was den Erfolg der Nervenblockadetechniken bei der Schmerzlinderung zeigt. Die chirurgische Reparatur war erfolgreich und die Mobilität und Lebensqualität des Patienten verbesserten sich im Verlauf des Heilungsprozesses allmählich.

Warum einen Doppelblock verwenden?

Regionale Anästhesie, wie Knöchel- und Ischiasnervblockaden, wird häufig bei Fuß- und Knöcheloperationen eingesetzt. Eine einzelne Ischiasblockade kann jedoch möglicherweise keine vollständige Abdeckung bieten, wenn die Operation über den Mittelfuß hinausgeht oder sowohl mediale als auch laterale Einschnitte umfasst. In solchen Fällen bietet eine Doppelblockade, die sowohl die femorale als auch die Ischiasnervblockade umfasst, eine umfassendere Anästhesie.

  • Verbesserte Abdeckung: Der Ischiasnerv versorgt die hinteren und seitlichen Bereiche von Bein und Fuß mit Empfindungen, während der Femoralnerv die vorderen und mittleren Bereiche abdeckt. Zusammen sorgen sie für eine vollständige Anästhesie von Bein, Fuß und Knöchel.
  • Bessere postoperative Schmerzkontrolle: Der Kombinationsblock reduziert nachweislich den Opioidbedarf nach der Operation und bietet eine wirksame Schmerzlinderung mit weniger Nebenwirkungen.

Materialien und Methoden: Wie die Blöcke ausgeführt werden

Im klinische Studie von Lee et al. 2014wurden zwei Anästhesiemethoden verglichen: die Ischiasnervblockade allein und die Doppelblockade (Ischias und Femoralis). Beide Blockaden wurden präoperativ durchgeführt, um die Wirksamkeit während und nach der Operation zu beurteilen.

Blockade des Ischiasnervs

Der Ischiasnerv, der sich an der Rückseite des Oberschenkels befindet, ist für die Innervation der hinteren und seitlichen Bereiche des Beins und des Fußes verantwortlich. Das Blockadeverfahren umfasst:

  1. Positionierung: Der Patient wird in Rückenlage gelagert, wobei das Knie des betroffenen Körperteils gebeugt ist.
  2. Identifizierung: Unter Ultraschallkontrolle wird der Ischiasnerv auf Höhe der Oberschenkelmitte visualisiert.
  3. Injektion: Ein Lokalanästhetikum (0.75 % Ropivacain) wird injiziert, um den Nerv zu blockieren und so eine sensorische und motorische Blockade der Hinter- und Außenseite des Beins sicherzustellen.

Femorale Nervenblockade

Der Nervus femoralis versorgt über seine Äste, darunter den Nervus saphenus, die vorderen und mittleren Bereiche des Oberschenkels und des Unterschenkels mit Empfindungen. Der Eingriff umfasst:

  1. Lagerung: Der Patient bleibt in Rückenlage.
  2. Identifizierung: Mittels Ultraschall lässt sich der Nervus femoralis in der Nähe der Arteria femoralis direkt unter dem Leistenband lokalisieren.
  3. Injektion: Ein ähnliches Anästhetikum wird verwendet, um den Nerv zu blockieren und sicherzustellen, dass die vorderen und mittleren Regionen betäubt werden.

Ergebnisse: Wirksamkeit der Doppelblockade im Vergleich zur alleinigen Ischiasblockade

Die Studie ergab mehrere wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Doppelblocks:

  • Beginn der Analgesie: Die durchschnittliche Zeit bis zum Beginn der Anästhesie war bei der Doppelblockade (63 Minuten) und der Ischiasblockade allein (61 Minuten) vergleichbar.
  • Dauer der Analgesie: Beide Blockaden sorgten für eine langanhaltende Schmerzlinderung, wobei die Doppelblockade 12.0 Stunden und die Ischiasblockade 12.4 Stunden anhielt.
  • Schmerzwerte: Während der Operation waren die durchschnittlichen Schmerzwerte auf der visuellen Analogskala (VAS) niedrig, wobei es nur minimale Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gab. Die Doppelblockgruppe wies postoperativ etwas höhere VAS-Werte auf, aber diese Unterschiede waren klinisch nicht signifikant.

Kernpunkte

  • Intraoperative Schmerzen: Die VAS-Werte während der Operation lagen bei 0.35 für die Doppelblock-Gruppe und 0.03 für die Ischiasblock-Gruppe, was auf eine wirksame Anästhesie mit minimalen Schmerzen hinweist.
  • Postoperative Schmerzen: 2 Stunden, 1 Tag und 2 Tage postoperativ waren die VAS-Werte für die Doppelblock-Gruppe leicht höher, lagen jedoch innerhalb akzeptabler Bereiche, was auf eine wirksame Schmerzbehandlung in beiden Gruppen hinweist.

Vorteile der Doppelblockanästhesie

Der Doppelblock bietet gegenüber dem alleinigen Ischiasblock mehrere Vorteile:

  • Umfassender sensorischer Block: Da er sowohl die mediale als auch die laterale Seite des Beins abdeckt, eignet sich der Doppelblock besser für Operationen, die über den Mittelfuß hinausgehen oder mediale Einschnitte beinhalten.
  • Anwendung von Tourniquets: Bei Operationen, bei denen ein Oberschenkel-Tourniquet erforderlich ist, gewährleistet der Doppelblock eine Betäubung sowohl im Ober- als auch im Unterschenkel und bietet so einen besseren Patientenkomfort.
  • Patientenzufriedenheit: Es wurde ein hohes Maß an Patientenzufriedenheit festgestellt. 28 von 32 Patienten in der Ischiasnervblockadengruppe und 23 von 26 in der Doppelblockadengruppe äußerten sich zufrieden.

Einschränkungen und Komplikationen

Obwohl der Doppelblock im Allgemeinen wirksam war, gab es einige Einschränkungen:

  • Unvollständige Blockaden: Sieben Patienten in der Doppelblock-Gruppe berichteten von unvollständigen Blockaden, allerdings verspürte nur ein Patient mäßige Schmerzen.
  • Motorische Blockade: Die Blockade des Nervus femoralis kann eine motorische Blockade der Quadrizepsmuskulatur verursachen und möglicherweise die Beweglichkeit vorübergehend beeinträchtigen. Dies war in dieser Studie jedoch kein bedeutendes Problem.

Fazit

Die Studie legt nahe, dass die Doppelblockanästhesie eine sichere und effektive Option für Operationen am Rückfuß und Knöchel ist, insbesondere bei Operationen mit medialen und lateralen Einschnitten oder Oberschenkel-Tourniquets. Sie bietet umfassenden Schutz, reduziert den Bedarf an Opioid-Analgetika und verbessert den Komfort des Patienten sowohl während als auch nach der Operation.

Da die Nachfrage nach ambulanten Operationen steigt, wird sich wahrscheinlich auch die Verwendung von Regionalanästhesieverfahren wie der Doppelblockade erhöhen, da diese bei komplexen Fuß- und Knöcheloperationen eine sinnvolle Alternative zur Vollnarkose darstellen.

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