Eine bahnbrechende randomisierte kontrollierte Studie von Trocheris-Fumery et al. zeigt, dass die frühe Verabreichung von Noradrenalin während der Narkoseeinleitung Verringert postoperative Komplikationen bei Hochrisikopatienten, die sich einer größeren Bauchoperation unterziehen, signifikant.
Hintergrund
Intraoperative Hypotonie, Ein häufiger Blutdruckabfall nach Einleitung der Narkose wird seit langem mit negativen Folgen in Verbindung gebracht, darunter:
- Myokardverletzung
- Akute Nierenschädigung (AKI)
- Erhöhtes Sterberisiko
Trotzdem variieren die Standardtherapien mit Vasopressoren, und es gibt nur wenige Belege, die Strategien zur Vorbeugung einer solchen Hypotonie vergleichen.
Studienüberblick
Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Amiens in Frankreich führte die Studie durch. EPON-Studie (Frühe Anwendung von Noradrenalin), eine monozentrische, randomisierte, kontrollierte Studie zur Beurteilung, ob prophylaktische Noradrenalin-Infusion könnte im Vergleich zur Standardbehandlung eine postinduktionsbedingte Hypotonie und deren Komplikationen besser verhindern. reaktive Ephedrin-Bolusgaben.
Wichtigste Studiendetails:
- Design: Prospektive, randomisierte, offene, monozentrische Studie
- Patienten: 500 Erwachsene über 50 Jahre, die sich einer größeren Bauchoperation unterziehen
- Gruppen:
- Noradrenalin-Gruppe: Prophylaktische kontinuierliche Infusion (0.48 mg/h)
- Ephedrin-Gruppe: Reaktive Bolusgaben (je 3 mg, maximal 30 mg)
- Noradrenalin-Gruppe: Prophylaktische kontinuierliche Infusion (0.48 mg/h)
Wie die Intervention funktioniert

Kernergebnisse
Reduzierung der Komplikationen
- Primärer Endpunkt: Medizinisch-chirurgische Komplikationen innerhalb von 30 Tagen (Clavien-Dindo-Score ≥1)
- Ephedrin-Gruppe: 58 %
- Noradrenalin-Gruppe: 44 %
- Relatives Risiko (RR): 0.58 [0.40–0.83]; P = 0.004
- Ephedrin-Gruppe: 58 %
Vorteile für die Lunge
- Postoperative pulmonale Komplikationen (PPCs) nach 48 Stunden:
- Ephedrin: 31 %
- Noradrenalin: 17 %
- Ephedrin: 31 %
Hämodynamische Stabilität
- Hypotensive Episoden traten auf bei:
- 74 % der Ephedrin-Gruppe
- Nur 15% der Noradrenalin-Gruppe
- Noradrenalin führte außerdem zu Folgendem:
- Höherer mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) nach der Einleitung
- Niedrigere intraoperative Laktatwerte (was auf eine bessere Organdurchblutung hindeutet)
- Höherer mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) nach der Einleitung
Wie Noradrenalin wirkt
Noradrenalin ist ein starkes α1- und β1-adrenerger Agonist, was zu folgendem Ergebnis führt:
- Vasokonstriktion (↑ Blutdruck)
- Verbesserte Herzleistung
- Stabile Hämodynamik während der Narkoseeinleitung
Im Gegensatz zu Ephedrin vermeidet es Tachyphylaxie (die Wirkung lässt bei wiederholter Anwendung nach) und wird zunehmend in Betracht gezogen für Anwendung von Vasopressoren als erste Behandlungsoption in der Anästhesie.
Einblicke in die Untergruppen
Noradrenalin war besonders effektiv bei der Verringerung von Komplikationen bei:
- ASA III Patienten
- Männer
- Patienten ohne chronische Nierenerkrankung
- Patienten, die sich einer Verdauungsoperation unterziehen
Fazit
Frühe, titrierte Noradrenalininfusion Diese Methode reduziert sowohl Hypotonie als auch postoperative Komplikationen bei Hochrisikopatienten, die sich einer größeren abdominalen Operation unterziehen, signifikant. Dieser proaktive Ansatz stellt herkömmliche Vasopressorstrategien in Frage und könnte die intraoperative Versorgung in der Anästhesie neu definieren.
Referenz: Trocheris-Fumery O et al. Früher Einsatz von Noradrenalin bei Hochrisikopatienten, die sich einer größeren Bauchoperation unterziehen: Eine randomisierte kontrollierte Studie. Anästhesiologie. 2025; 143: 1160-1170.
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