Die BRUGANAES-Studie, kürzlich veröffentlicht in der European Journal of Anaesthesiology (2025), liefert wertvolle Einblicke in das anästhesiologische Management von Patienten mit Brugada-Syndrom (BrS), eine seltene, aber potenziell tödliche Herzerkrankung.
Das Brugada-Syndrom stellt besondere perioperative Herausforderungen dar, insbesondere aufgrund der seit langem bestehenden Besorgnis, dass Standardanästhetika maligne Arrhythmien auslösen könnten. Die BRUGANAES-Studie stellt diese Annahme anhand von Daten aus 18 Jahren und 189 Anästhesieverfahren infrage.
Was ist das Brugada-Syndrom?
Brugada-Syndrom Es handelt sich um eine genetische Kanalopathie, die mit plötzlichem Herztod aufgrund lebensbedrohlicher ventrikulärer Tachyarrhythmien einhergeht. Sie ist gekennzeichnet durch:
- Abnormale EKG-Befunde (insbesondere ST-Hebung Typ 1 mit geschwungener Spitze in den rechten präkordialen Ableitungen)
- Mutationen, insbesondere im SCN5A-Gen, die die Natriumkanäle des Herzens betreffen
- Symptome wie Ohnmacht, Krampfanfälle oder nächtliche Schnappatmung
- Erhöhtes Risiko bei Fieber, Bradykardie, Elektrolytstörungen oder unter Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Lokalanästhetika, Propofol)
Studienübersicht: BRUGANAES
Ziel:
Ziel der Studie war es, die Häufigkeit maligner Arrhythmien während und bis zu 30 Tage nach der Anästhesie bei Patienten mit BrS zu beurteilen.
Design:
- Retrospektive Kohorte (2006-2023)
- Durchgeführt in der Krankenhausklinik von Barcelona
- IM PREIS ENTHALTEN 111 Patienten unterziehen 189 Verfahren
Primäres Ergebnis:
- Das Auftreten von maligne ventrikuläre Arrhythmien or plötzlicher Herztod (SCD)
Sekundäre Ergebnisse:
- Krankenhauskomplikationen
- 30-tägige Wiederaufnahmen
- 30-Tage-Mortalität
Die wichtigsten Ergebnisse
- Nur 2 Eingriffe (1 %) führte zu intraoperativen malignen Arrhythmien
- Keine postoperativen Herzrhythmusstörungen oder Todesfälle wurden innerhalb von 30 Tagen gemeldet
- 129 (68.3 %) Eingriffe benutzt nicht empfohlene Medikamente Google Trends, Amazons Bestseller Propofol, Ketamin oder Lokalanästhetika
- Propofol wurde in verwendet 50.3% aller Verfahren
- Es traten keine Herzrhythmusstörungen auf bei Patienten, die neuraxiale oder periphere Blockaden
Anästhesieverfahren bei BrS
Arzneimittelklassifizierungen
- Nicht empfohlene Medikamente: Propofol, Ketamin, Tramadol und Lokalanästhetika
- Empfohlene Medikamente: Opioide, Inhalationsanästhetika, Thiopental, Etomidat
Verwendete Anästhesiearten:
- Vollnarkose: 45.5%
- Prozedurale Sedierung: 31.2%
- Regional/neuraxial allein: 12.7%
- Gemischte Techniken: 10.6%
Details zur Regionalanästhesie:
- Verwendete Medikamente:
- Bupivacain (36.4 %)
- Levobupivacain (22.7 %)
- Mepivacain (20.9 %)
- Ropivacain (13.9 %)
- Bupivacain (36.4 %)
- Trotz der Natriumkanal-blockierenden Eigenschaften traten keine damit verbundenen malignen Arrhythmien auf.
Fallhighlights
-
Bradykardie-induziertes Kammerflimmern:
- Trat während des ICD-Austauschs auf
- Der Patient erhielt Thiopental und Sevofluran.
- Ergebnis: Tod trotz ECMO-Unterstützung
- Trat während des ICD-Austauschs auf
-
Selbstlimitierende ventrikuläre Tachykardie:
- Während der Extraktion der ventrikulären Elektrode
- Thiopental und Sevofluran wurden verwendet.
- Ergebnis: ICD-Reimplantation, vollständige Genesung
- Während der Extraktion der ventrikulären Elektrode
Diese Veranstaltungen waren eher mit chirurgischer Manipulation verbunden als die Anästhetika sich.
Wie man Patienten mit Brugada-Syndrom während der Anästhesie betreut: 7 wesentliche Schritte
- Präoperative Beurteilung: EKG auswerten, Risikostratifizierung (ICD, Synkopenanamnese, Familienanamnese)
- Planen Sie das Anästhesieverfahren sorgfältig: Wenn möglich, sollten Medikamente mit geringer Natriumkanalaffinität bevorzugt werden.
- Auslöser vermeiden: Normothermie aufrechterhalten, Bradykardie vermeiden und Elektrolyte korrigieren.
- Das EKG ist engmaschig zu überwachen. während der gesamten perioperativen Phase
- Verwenden Sie TCI-Pumpen für eine präzise Propofol/Remifentanil-Verabreichung, falls verwendet
- Halten Sie ein Defibrillationsgerät bereit.
- Postoperative Beobachtunginsbesondere in Hochrisikofällen
Klinische Implikationen und zukünftige Richtungen
- Die Studie stellt traditionelle Vorsicht in Frage umgebende gängige Anästhetika in BrS
- Es unterstützt a flexiblerer und evidenzbasierter Ansatz
- Größere multizentrische prospektive Studien sind erforderlich, um die Sicherheitsprotokolle weiter zu validieren.
Fazit
Die BRUGANAES-Studie liefert den bisher stärksten Beweis dafür, dass gebräuchliche Anästhetikaeinschließlich Propofol und Lokalanästhetika, sind wahrscheinlich sicher bei Patienten mit Brugada-Syndrom Bei sachgemäßer Anwendung können Anästhesisten durch fundierte Planung und sorgfältige Überwachung eine sichere perioperative Versorgung dieser Hochrisikogruppe gewährleisten.
Referenz: Borrell-Vega J et al. Achtzehnjährige Analyse des Anästhesiemanagements beim Brugada-Syndrom: Die BRUGANAES-Studie. Eur J Anästhesiol. 2025; 42: 458-467.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema im Abschnitt „Anästhesie-Updates“ der Anästhesie-Assistent-App.


