Chronische postoperative Schmerzen (CPSP) sind eine schwerwiegende, aber oft unterschätzte Folge von Operationen. Je nach Art des Eingriffs sind bis zu 60 % der Erwachsenen betroffen. CPSP beeinträchtigt die Lebensqualität, die funktionelle Genesung und die psychische Gesundheit erheblich. Als Reaktion auf dieses dringende Problem entstand 2014 das Konzept der Übergangsschmerztherapie (TPS). TPS ist eine umfassende, multidisziplinäre Strategie, die die Akutversorgung nach der Operation mit der langfristigen Genesung verbindet und die Entstehung chronischer Schmerzen verhindern soll.
Eine kürzlich veröffentlichte Übersichtsarbeit Anästhesiologie Die Studie bewertete die weltweite Implementierung und Wirksamkeit von TPS-Programmen. Sie bietet eine detaillierte Analyse bestehender Forschungsergebnisse und beleuchtet das Potenzial und die Herausforderungen von TPS in der klinischen Praxis.
Was ist ein Übergangsschmerzdienst (TPS)?
TPS ist ein mehrkomponentiges, patientenzentriertes perioperatives Programm, das die Versorgung über den gesamten chirurgischen Ablauf hinweg integriert – vor, während und nach der Operation. Die Hauptziele sind:
- Um den Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen zu verhindern
- Um den Langzeitgebrauch von Opioiden zu reduzieren
- Zur Verbesserung der postoperativen Genesung und der psychologischen Ergebnisse
Zu den Kernkomponenten des Transaktionsverarbeitungssystems (TPS) gehören:
- Patientenaufklärung und Erwartungsmanagement
- Psychologische Unterstützung (z. B. kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeit, Akzeptanz- und Commitmenttherapie)
- Multimodale Analgesie
- Strategien zur Opioidreduktion
- Längsschnittliche Nachbeobachtung, oft über die Krankenhausentlassung hinaus.
TPS-Teams bestehen typischerweise aus Anästhesisten, Schmerzspezialisten, Psychologen, Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Koordinatoren, um einen ganzheitlichen Ansatz zu gewährleisten.
Wichtigste Ergebnisse der Scoping-Studie
Diese Übersichtsarbeit analysierte 15 Studien mit 7,981 Patienten aus verschiedenen Ländern und chirurgischen Fachrichtungen.
Studienmerkmale:
- 7 retrospektive Patientenaktenanalysen
- 5 prospektive Kohortenstudien
- 1 randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
- 2 Studien mit gemischtem Studiendesign
- Die meisten Studien konzentrierten sich auf orthopädische, Transplantations- und Wirbelsäulenoperationen.
Wichtigste bewertete Ergebnisse:
- postoperativer Opioidverbrauch
- Schmerzintensität und Beeinträchtigung
- CPSP-Inzidenz (nur in einer Studie wurde dies als sekundärer Endpunkt untersucht)
Was ergab die Rezension?
1. Die Evidenz zur Prävention von chronischen posttraumatischen Belastungsstörungen ist sehr begrenzt.
- Nur eine randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte CPSP direkt und fand keinen signifikanten Unterschied zwischen TPS und Standardversorgung.
- Die Beweiskraft hinsichtlich der Wirksamkeit von TPS zur Prävention von CPSP wurde aufgrund folgender Gründe als sehr gering eingestuft:
- Begrenzte Stichprobengrößen
- Methodische Schwächen
- Heterogene Ergebnisdefinitionen
2. Stärkere Evidenz spricht für einen reduzierten Opioidkonsum
- 14 von 15 Studien berichteten über einen Rückgang des Opioidkonsums:
- Niedrigere Morphinäquivalentdosen
- Weniger Opioidverschreibungen bei der Entlassung
- Reduzierter Langzeitgebrauch von Opioiden
- Einige Studien zeigten einen vollständigen Opioidentzug bei einer beträchtlichen Anzahl von Patienten
3. Verbesserungen der psychologischen Ergebnisse
- Studien berichteten von Rückgängen bei:
- Schmerzinterferenz
- Katastrophisierend
- Depression und Angst
- Eine positive Einbindung der Patienten war jedoch entscheidend; Patienten mit negativen Erfahrungen im Rahmen des TPS-Systems erfuhren kaum oder keine Verbesserung.
Schritt für Schritt: So funktioniert ein TPS-Programm
- Präoperative Phase
- Risikobewertung (Opioidkonsum, Angstzustände, Schmerzanamnese)
- Patientenaufklärung und psychologische Vorbereitung
- Personalisierter Schmerzmanagementplan
- Intraoperative Phase
- Anwendung von Regionalanästhesie und nicht-opioiden Analgetika
- Multimodale Anästhesie, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Patienten
- Unmittelbare postoperative Phase
- Tägliche Beurteilungen durch das TPS-Team
- Schmerzkontrolle bei minimiertem Opioideinsatz
- Entlassungsplanung mit Opioidreduktion
- Nachsorge nach der Entlassung
- Regelmäßige telefonische oder persönliche Nachfassgespräche (wöchentlich bis monatlich)
- Psychologische Unterstützungssitzungen (CBT oder ACT)
- Anpassungen des Schmerzmittelplans
- Langzeit-Schmerzverfolgung
Bewährte Verfahren und Überlegungen zur Implementierung
Wesentliche Erfolgsfaktoren:
- Institutionelle Unterstützung und engagiertes Personal
- Klare Überweisungskriterien (z. B. Opioidtoleranz, hohes Schmerzrisiko)
- Koordinierte Versorgung und digitale Tracking-Tools
- Virtuelle Lieferoptionen (insbesondere für ländliche oder ressourcenarme Gebiete)
Barrieren:
- Fehlende standardisierte TPS-Protokolle
- Unzureichende qualitativ hochwertige Evidenz
- Kostenbedenken (obwohl einige Studien Kostenneutralität zeigen)
Der vorgeschlagene Rahmen für das Transaktionsverarbeitungssystem (TPS) umfasst Folgendes:

Fazit
Trotz vielversprechender erster Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich der Opioidreduktion, ist die Wirksamkeit von Übergangsschmerzdiensten (TPS) zur Prävention chronischer postoperativer Schmerzen weiterhin unzureichend erforscht. Dennoch positioniert ihr multidisziplinäres, patientenzentriertes Konzept TPS als wichtige Weiterentwicklung der perioperativen Versorgung, insbesondere für vulnerable Patientengruppen. Krankenhäuser und Schmerzzentren sollten Pilotprojekte mit begleitender Datenerhebung in Erwägung ziehen, um die Wirksamkeit des Modells zu evaluieren und es weiterzuentwickeln.
nächste Schritte:
- Unterstützen Sie laufende randomisierte kontrollierte Studien wie die OREOS-Studie.
- Wesentliche TPS-Komponenten und Implementierungsstandards definieren
- Für politische Unterstützung und Finanzierung eintreten
Weitere Informationen finden Sie im vollständigen Artikel in Anästhesiologie.
Shanthanna H, Khaled M. Übergangsschmerzdienst zur Prävention chronischer postoperativer Schmerzen: Eine Übersichtsarbeit der veröffentlichten Literatur und Überlegungen für Forschung und Praxis. Anesthesiology. 2025;143(5):1382-1398.
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