Lernziele
- Differentialdiagnose und Management eines erhöhten Atemwegsdrucks bei einem beatmeten Patienten
Definition
- Atemwegsdrücke, die die sichere Grenze für die Beatmung überschreiten, typischerweise <30 cm H2O Plateaudruck, können die Beatmung erschweren oder ein Barotrauma verursachen
- Kann bei einem bestimmten Patienten aufgrund von Grunderkrankungen ständig erhöht sein oder aufgrund einer Vielzahl von Ursachen plötzlich ansteigen
Anzeichen und Symptome
- Hochplateau und Atemwegsspitzendruck
- Verzerrte Kapnographie
- Unzureichende Tidalvolumina
- Hämodynamische Instabilität
Differenzialdiagnose
„Mensch gegen Maschine“
- Anästhesiegerät
- Fehlfunktion der Maschine
- Abgeknickter Atemkreislauf
- Physische Blockierung des Kreislaufs (Wasser oder ein verstopfter Filter)
- Dislokation, Knick oder Obstruktion des Endotrachealtubus
- Falsch positionierter Endotrachealtubus
- Patient
- Unzureichende Narkosetiefe
- Abnahme der pulmonalen Compliance:
- Fibrose
- Pneumothorax
- Atelectasis
- Lungenödem
- Abnahme der Thoraxwand-Compliance
- Fettleibigkeit
- Aszites
- Blähungen
- Kyphoskoliose
- Pharmakologische (Opiate, NMBDs)
- Maligne Hyperthermie
- Broncho-, oder Laryngospasmus (Anästhesiologischer Notfall!)
Verwaltung

Empfohlene Lektüre
- Gouel-Cheron A, Neukirch C, Kantor E, et al. Klinisches Denken bei anaphylaktischem Schock: Bewältigung der Herausforderungen, denen Anästhesisten in Echtzeit gegenüberstehen: Eine klinische Überprüfung und Managementalgorithmen. Eur J Anaesthesiol. 2021;38(11):1158-1167.
- Woods BD, Sladen RN. Perioperative Überlegungen für Patienten mit Asthma und Bronchospasmus. Br J Anaesth. 2009;103 Anhang 1:i57-i65.